Siebengebirgsmuseum in Königswinter: Zweiter Rheinromantik-Zyklus eröffnet neue Perspektiven | GA-Bonn

Siebengebirgsmuseum in Königswinter

Zweiter Rheinromantik-Zyklus eröffnet neue Perspektiven

Königswinter.  Die Loreley ist in das Siebengebirgsmuseum eingezogen. Nicht dass die sagenhafte Nixe ihren Felsen bei Sankt Goarshausen gegen den Drachenfels getauscht hätte. Um sie und ihre Darstellungen dreht sich ein Themenschwerpunkt im zweiten Zyklus der Ausstellung "Rheinromantik", der ab sofort in Königswinter zu sehen ist.

Faszination Rheinromantik: Heiner Eckoldt, Vorsitzender des Regionalverbandes des Rheinischen Vereins für Denkmalpflege, betrachtet ein Exponat der Ausstellung. Foto: Frank Homann

Mit dem Exponatenwechsel ist für Museumsleiter Elmar Scheuren eine wichtige Etappe erreicht. "Diese zweite Auswahl bringt Leben in die Dauerausstellung", freut er sich. Geografisch bewegt sich die Rheinromantik nun auch ins Hinterland des Rheins bis zum Schloss Bürresheim bei Mayen.

Der ehemalige Sitz der Herren von Breitbach war als unzerstörte Höhenburg "ein wichtiges Ziel der Düsseldorfer, aber auch Koblenzer Maler", so die Kuratorin der Ausstellung, Irene Haberland. Anton Diezlers exakte Ansicht der Südseite des Schlosses liefere wie fast alle seine Bilder kulturhistorisch wichtige Details, etwa das Torhaus oder die Gartenlaube und den Springbrunnen. Die Bilder sind im Themenbereich "Veränderung der Landschaft" zu sehen.

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Zunächst aber geht es um den "Rhein um 1800", wie er bei Bonn in der "Vinea Domini" mit dem Lustschloss des Kurfürsten, der Universität und dem Alten Zoll in klassizistischer Manier gezeigt wird. Diese wird auch in der exakten Darstellung von Schloss Biebrich im Süden von Wiesbaden deutlich.

"Eine völlig undramatische Szene in exakter Wiedergabe bis hin zur Zahl der Fensterachsen und dem von mannshohen Attikafiguren bekrönten Mittelrisalit", beschreibt Haberland, die Madame de Stael zitiert: Für die Rheinreisende war das Tal 1803 lieblich, fruchtbar und still.

Loreley im Mittelpunkt

Ganz anders die Romantik mit ihrer Mittelaltersehnsucht. Parallel zum Klassizismus wird die Landschaft mit ihren Monumenten scheinbar unerreichbarer historischer Größe dramatisiert. So etwa in dem frühen Bild von Georg Schneider, "Ruine Vuatsberg" (1799), in dem sich ein Gewitter bedrohlich über dem engen Rheintal zusammenbraut. "Noch 1790 war für Georg Forster, den Aufklärer und Revolutionär, das Mittelrheintal einförmig und ermüdend, melancholisch und schauderhaft. Die Loreley erwähnte er mit keinem Wort", so Haberland.

Für Georg Schütz sei die Loreley 1803/04 schlicht ein Felsen, ein Hindernis, das die Schifffahrt einschränke und gefährde. Erst der Koblenzer Clemens Brentano habe 1801 mit seinem Rheinmärchen "Zu Bacharach am Rhein" die Frauengestalt der "Lore Lay" geschaffen, die fortan die Fantasie der Dichter und Rheinreisenden beschäftigte. "Es dauerte jedoch lange, bis die personifizierte Loreley auch in Darstellungen auf dem Felsen Platz nahm und von hier aus ihre männermordenden Untaten trieb."

Der zweite Zyklus der "Rheinromantik" im Siebengebirgsmuseum, Kellerstraße 16, ist bis zum 22. Oktober dienstags bis freitags von 14 bis 17 Uhr, samstags von 14 bis 18 Uhr sowie sonntags von 11 bis 18 Uhr zu sehen. Gruppen melden sich unter der Telefonnummer 02223/3703 an. Weitere Informationen gibt es im Internet unter www.siebengebirgsmuseum.de.

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