Das GA-Torfieber grassiert wieder
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Gute Nachrichten hat Hermann Tengler, Wirtschaftsförderer des Rhein-Sieg-Kreises, jetzt verkündet: Die Gästeübernachtungen im Beritt nahmen 2011 stark zu. Fast 1,25 Millionen Personen schliefen in den Hotels und Pensionen im Kreis, 112.000 mehr als im Vorjahr - ein Plus von satten 9,8 Prozent.
Das ist fast doppelt so viel wie landesweit: In NRW waren es "nur" 5,2 Prozent mehr Übernachtungen. Spitzenreiter im Kreis ist die linksrheinische Gemeinde Alfter: 11.164 Besucher blieben dort über Nacht. Die meisten von ihnen verweilten länger, so dass die Zahl der Übernachtungen von 18.493 auf 30.144 stieg, was einem Zuwachs von stolzen 83 Prozent entspricht.
Auch auf der rechten Rheinseite entwickelt sich der Tourismus: 16 Prozent mehr Übernachtungen, insgesamt 336.848, verzeichnen zum Beispiel die vier Kommunen Siegburg, Hennef, Eitorf und Windeck, dank des neu eröffneten Wanderweges Natursteig Sieg.
"Diese positive Entwicklung ist vor allem auf die Bemühungen der Anbieter zurückzuführen, den Wanderern eine gute Qualität zu bieten", sagte Tengler. Angelehnt an die Kriterien des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbands habe man allen 75 Betrieben Maßnahmen vorgestellt, die den anspruchsvollen Wanderer zufrieden stellen. Tengler: "45 Betriebe haben schon ihre Qualität angepasst und erfüllen die maßgeblichen Bewertungspunkte, bieten zum Beispiel warme Küche bis 19 Uhr und Trockenmöglichkeiten für die Wanderausrüstungen an."
Für die kommenden Jahre sieht er weiteres Wachstum: "Wir haben den Natursteig Sieg um 17 Touren erweitert", erzählt er. Zwischen 4,5 und 25 Kilometer lang sind die "Schleifen" entlang der Siegtalstrecke. Namen wie "Mäanderweg", "Burgweg" oder "Drei-Täler-Weg" weisen aufs Thema hin.
Sich etwas einfallen lassen, um die Übernachtungszahlen zu erhöhen, müssen die Kommunen Bornheim und Bad Honnef: In Bornheim brachen die Zahlen am deutlichsten ein: Ein Minus von 15.560 Übernachtungen, was fast einem Viertel entspricht, wurde erfasst.
In Bad Honnef hält der seichte Sinkflug der vergangenen Jahre an: 153.149 Übernachtungen waren es 2010, im Jahr 2011 wurde nur noch 147.954 mal ein Bett gebucht. Gleichwohl blieb die Zahl der Gäste auf ähnlichem Niveau, jedoch sank die Aufenthaltsdauer der 69.597 Besucher.
"Das Siebengebirge ist an und für sich ein touristisches Ziel erster Klasse", so Tengler. Königswinter habe fast zehn Prozent mehr Übernachtungen verzeichnet als im Vorjahr. "Dort hat man sogar von der Bundesgartenschau in Koblenz profitiert." Udo Schäfer, Geschäftsführer der Tourismus & Congress GmbH Region Bonn/Rhein-Sieg/Ahrweiler, führt die gute Entwicklung im Kreis auch auf die steigende Zahl touristischer Veranstaltungen und internationaler Konferenzen in Bonn zurück. Tengler: "Der Durchbruch ist hier geschafft."
Übernachtungen im Kreis: In 2011 übernachteten im Rhein-Sieg-Kreis 1.249.107 Gäste, was einem Plus von 9,8 Prozent entspricht. In der Voreifel betrug die Steigerung 10,8 Prozent (193.711 Übernachtungen von 88.321 Gästen). Das Siebengebirge mit Bad Honnef und Königswinter beherbergte 195.683 Personen, die zusammen 403.905 Nächte blieben (plus 4,6 Prozent). Den stärksten Zuwachs gab es im Siegtal: 124.084 Gäste buchten zusammen 336.848 Nächte (plus 16,2 Prozent). Auch im Bergischen Land sind die Zahlen gut: Lohmar, Much, Neunkirchen und Ruppichteroth legten um 4,1 Prozent auf 41.975 Gäste zu.
Artikel vom 21.02.2012