Stadt will versuchen, Coppeneur zu halten

Bad Honnef.  Die Auffassungen könnten unterschiedlicher erst mal kaum sein. Die eine Seite, namentlich Wally Feiden, sieht die Frage nach einem Verbleib der Confiserie Coppeneur auf einem "guten Weg aus der Sackgasse".

Produktionsvergrößerung geplant: Noch ist offen, wo Oliver Coppeneur mit seinem Betrieb expandiert. Foto: Horst Müller

Die Bürgermeisterin nahm am Mittwoch nach einer Sitzung mit den Ratsfraktionsvorsitzenden zur Sache Stellung. Sie wies Eindrücke zurück, hier werde zögerlich oder gar hinderlich agiert. Die andere Seite, namentlich Firmeninhaber Oliver Coppeneur, kann sich "unter den Vorzeichen noch nicht vorstellen", dass das Unternehmen dauerhaft in Honnef bleibt.

Zugleich tut sich konkret etwas am Dachsberg, der seit zwei Jahren auf Ansiedlung wartet: Wie Bauunternehmer Uwe Westhoven dem GA auf Anfrage bestätigte, wird in Kürze eine Tankstelle gebaut. Erweiterung nicht ausgeschlossen.

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Wie berichtet, plant Coppeneur seine Produktion zu vergrößern. Dies würde er gerne im Gewerbepark Dachsberg tun. Zugleich liegen ihm günstigere Offerten aus Rheinland-Pfalz vor, so aus der Grafschaft. Während dort ein Quadratmeterpreis von unter 20 Euro fällig würde, kalkuliert die Grundstücksgesellschaft Bad Honnef mbH 69 Euro. "Mit Rheinland-Pfalz können wir nicht konkurrieren", so Feiden, das sei "ein Stück Kannibalismus".

Die GmbH, beteiligt sind die Mehrheitsgesellschafterin Stadt und die örtlichen Banken, vermarktet das Gebiet. Coppeneur bot 44 Euro. Feiden betonte nach der Beratung am Dienstag, an der auf Bitte der Allianz Kreis-Wirtschaftsförderer Hermann Tengler teilnahm, es sei Konsens von Politik, Verwaltung und Grundstücksgesellschaft mbH, dass man "alles tun wird, um Coppeneur eine Ansiedlung zu ermöglichen".

Immerhin hätte eine solche auch "positive Sogwirkung" für das Gebiet. Feiden: "Das müssen wir uns auch etwas kosten lassen." Seit Dezember sei man mit Coppeneur, der Erweiterungspläne in den Vorjahren aufgeschoben und nun neu angestoßen habe, wieder im Gespräch. Hilfe bei der Lösungssuche gebe es von Kommunalaufsicht und Landrat. Immerhin befindet sich die Stadt Bad Honnef im Nothaushalt.

Oliver Coppeneur kritisierte mehrfach, die Gespräche seien zu schleppend. Das Kern-Problem ist unterdes aber ein anderes: Er sei "fassungslos", dass das Grundstück am Kreisel zwischenzeitlich nicht mehr frei sei, so Coppeneur. Örtliche Investoren, die Unternehmen Schiffer aus Königswinter und Hupperich & Westhoven aus Honnef, hatten - vor der Neuaufnahme der Gespräche mit Coppeneur, so Feiden - Nägel mit Köpfen gemacht und haben nun ein Grundstück erworben. Auf mögliche Erweiterungsflächen besteht eine Option bis Ende 2012.

Seitens der Unternehmer ein berechtigtes Vorgehen, betont auch Coppeneur. Aber: Sein Wunsch-Grundstück sei damit weg. Wally Feiden hofft dennoch, dass ein Kompromiss für andere Flächen möglich sei. Beide Investoren seien wichtig. Coppeneur gestern: "Ich will nicht aus einer Verärgerung heraus entscheiden. Ich müsste in jedem Fall abwarten, was da hinkommt."

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