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Herkulesstaude
Schöne Plage mit weißen Blüten
Von Klaus Elsen
RHEIN-SIEG-KREIS. Der Rhein-Sieg-Kreis setzt Bekämpfung der Herkulesstaude mit dem Verein "Hilfe zur Arbeit" fort. Weiße Blüten, eine saftig grüne Farbe und große, schöne Blätter hat sie. Eigentlich ist die Herkulesstaude, die bis zu drei Meter hoch wird, eine ansehnliche Pflanze. Tatsächlich ist sie aber eine Plage.
Die Staude - auch bekannt als Riesenbärenklau - nimmt anderen Pflanzen das Licht weg und Menschen, die mit dem Blütensaft in Kontakt kommen, können sich schwere Verbrennungen einhandeln. Um der Ausbreitung der Pflanze Einhalt zu gebieten, lässt der Rhein-Sieg-Kreis entlang der Sieg von Windeck bis zur Mündung in den Rhein die Herkulesstaude bekämpfen.
Eine entsprechende Vereinbarung hat jetzt der Kreis mit dem Verein "Hilfe zur Arbeit" (HzA) abgeschlossen. Denn die HzA-Helfer sind inzwischen erfahren in Sachen Herkulesstaude. 2009 war Hilfe zur Arbeit erstmals für den Kreis an Flüssen und Bächen unterwegs, um dem Riesenbärenklau den Garaus zu machen. Eingesetzt werden durch das Unternehmen vier arbeitslose und zwei behinderte Personen. Sie arbeiten unter Anleitung von zwei Vorarbeitern, die mit Rat zur Seite stehen.
Die Bekämpfung der Herkulesstaude ist eine langwierige Angelegenheit, so Bernd Zimmermann, Leiter des Amtes für Landschafts- und Naturschutz des Kreises. "Eine wichtige Voraussetzung für einen nachhaltigen Erfolg bei der Bekämpfung der Herkulesstaude ist, dass die Arbeiten über rund zehn Jahre kontinuierlich fortgesetzt werden müssen", sagt er. Bereits eine einzelne zur Samenreife kommende Pflanze könne einen neuen Massenbestand hervorbringen. Zimmermann: "Der gefährdet nachhaltig die heimische Pflanzen- und Tierwelt."
Experten bestätigen die Einschätzung. Wer die Staude entfernen will, sollte dies vor Beginn ihrer Blüte Ende Juni/Anfang Juli tun, rät der Pflanzenschutzdienst der Landwirtschaftskammer NRW in Bonn. Da die alte Pflanze nach der Blüte im Spätsommer abstirbt, reifen ihre bis zu 50.000 Samen schnell und fallen aus - und im Folgejahr wachsen noch mehr Stauden.
Deshalb muss jede Pflanze einzeln bekämpft werden - in Handarbeit. Sehr effektiv ließen sich die Pflanzen mit einem scharfen Spaten entfernen, so die Landwirtschaftskammer weiter. Damit sticht man etwa zehn bis 15 Zentimeter tief in den Boden, heißt es in einem Infoblatt des Pflanzenschutzdienstes. Dabei sollte man die Haut schützen. Denn der Saft der Staude enthält Substanzen, die in Verbindung mit der UV-Strahlung des Sonnenlichts zu verbrennungsähnlichen Erscheinungen auf der Haut führen können.
Wer das Ausgraben oder Mähen verpasst, wird schon bald gewaltige Blütenstängel sehen, die bis zu mehr als drei Meter hoch werden können. Schon jetzt erreichen die Herkulesstauden an Sieg, Agger und zahlreichen Bächen eine Höhe von rund zwei Metern - und heben sich damit häufig vom umgebenden Uferbewuchs ab. Auch von einer anderen Pflanzenplage: vom Drüsigen Springkraut, das sich ebenfalls seit Jahren entlang der Gewässer ausbreitet und inzwischen die meisten Seiten- und Nebentäler der Sieg erreicht hat.
Bärenklau
Die Herkulesstaude stammt ursprünglich aus dem westlichen Kaukasus und wurde 1890 als Zierpflanze in Deutschland eingeführt. Die Staude setzt sich gegen heimische Pflanzen durch, da sie sehr früh im Jahr austreibt, über drei Meter groß wird und mit ihren großen, waagerecht abstehenden Blättern andere Pflanzen überdeckt. Sie nimmt über 80 Prozent des einfallenden Lichts für sich in Anspruch.
Artikel vom 11.07.2012
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