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Signet
Rhöndorf lässt grüßen
Von Claudia Sülzen
RHÖNDORF. Der Bürger- und Ortsverein hat den neuen Schriftzug am Rheinufer eingeweiht. Lutz Kelle erinnert sich gut. Bei einer Fahrradtour war ihm das verwaiste Rheinhotel Bellevue aufgefallen. Fünf Jahre ist das her, und längst haben Kelle und drei Mit-Bauherren in der "Rhöndorfer Rheinarkaden Bellevue GbR" die Idee, den Komplex zu entkernen und Wohnungen zu errichten, umgesetzt.
Nicht zu übersehen ist die neue Ortsmarke an den 'Rheinarkaden Bellevue'. Jörg Erich Haselier (l.) und Lutz Kelle freuen sich. Foto: Frank Homann
Würde Kelle die jüngste Neuerung am "alten" Bellevue vom Fahrrad aus betrachten wollen, so böte sich eine Tour auf der gegenüberliegenden Rheinseite an: Im Auftrag des Bürger- und Ortsvereines Rhöndorf hat der Künstler Alois Hanslian die sanierte Böschungswand mit der neuen und weithin sichtbaren Ortsmarke versehen.
Grün für das Siebengebirge, Blau für den Rhein - schon in der Farbgebung unterscheidet sich das Signet von den sonst nüchternen Ortsmarken rheinauf- und rheinabwärts. Auch kommt die Schrifttype feiner daher, sagte der Vorsitzende des Bürger- und Ortsvereines, Jörg Erich Haselier. Zwischen der stilisierten Silhouette des Siebengebirges und dem Gewässer weisen die Schriftzüge Bad Honnef und, mit 1,50 Meter etwas größer, Rhöndorf auf den Ort hin.
Die Kombination hatte nicht jedem Rhöndorfer geschmeckt. Bei der Jahreshauptversammlung des Bürger- und Ortsvereines, der schließlich "Rhöndorf" und nicht "Bad Honnef-Rhöndorf" im Namen trägt, hatten Mitglieder unter anderem kritisch angemerkt, "Rhöndorf" wäre doch ausreichend gewesen, um die Ortslage hinlänglich zu beschreiben.
Geht nicht, befand nach Worten Haseliers Bürgermeisterin Wally Feiden. Und das Plazet der Stadt sei gefragt, so Haselier: Die Mauer, einst Eigentum des Hoteliers, gehört nach einem Grundstückstausch und entsprechendem Vertrag darüber der Stadt. Ähnliches, so Kelle, gelte auch für den Bootssteg, auf den nun die Rhöndorfer Feuerwehrleute ein Auge halten.
Also: Der erste Entwurf wurde erweitert. Das Ergebnis, befanden am Dienstag Haselier und Kelle, sei sehr gelungen. Kelle und die drei weiteren Bauherren Karl-Josef Reinartz, Wolfgang Habelt und Uwe Franz hatten zum Projekt beigetragen: Aus dem "Nachlass" des Hotels und der beim Umbau abgerissenen Rheinterrassen stifteten sie Geschirr.
Teller, Tassen und mehr, alles aus den 50er und 60er Jahren, gingen 2008 beim Weihnachtsmarkt am Ziepchen über den Tresen. "Der Erlös soll für etwas Bleibendes eingesetzt werden", so Haselier. Ganz reichte das Geld nicht für die 1200 Euro vom Entwurf bis zur Umsetzung. Spender halfen. Und Reinartz stellte kostenlos das benötigte Gerüst.
Dass der gemalte Rhein auch richtig nass werden könnte, sei einkalkuliert: "Ein, zwei Hochwasser wird die Schrift überstehen", so Haselier. Wie es auch die alte Ortsmarke getan hatte, die vom Bellevue und von den Rheinterrassen gekündet hatte. Und die in einem Fotoband der Bauherren festgehalten ist, den Kelle Haselier übergab. Vielleicht ein weiteres Stück für die Heimatstube.
Artikel vom 25.04.2012
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