Schulsanitäter

Rheinbacher Kinder haben keine Angst vor Erster Hilfe

RHEINBACH.  15 Drittklässler der OGS Sürster Weg in Rheinbach haben ihre Sanitäterausbildung erfolgreich abgeschlossen.

Alles nur gespielt: Der achtjährige Berkan Gevercin, der einen Verunglückten mimt, wird von Malteser-Rettungsassistentin Jennifer Schumacher in den Rettungswagen geschoben. Foto: Roland Kohls

Begeistert und mit vollem Einsatz haben sich an der Offenen Ganztagsschule Sürster Weg (OGS) 15 Schüler zum Schulsanitäter ausbilden lassen. Jetzt nahmen die Mädchen und Jungen stolz ihre Urkunden entgegen. "Das war so toll", schwärmte der achtjährige Berkan Gevercin, nachdem die kleinen Sanitäter selbst Blaulicht und Martinshorn eines Rettungswagens in Gang bringen durften. Aber auch Puls und Blutdruck messen, Mitschüler in die stabile Seitenlage bringen oder sich mit der Rettungsliege aus dem Klassenzimmer schieben lassen, bereitete den Schülern viel Freude.

Seit dem Schuljahr 2009/2010 hat Lehrerin Rita Lenzen in Zusammenarbeit mit dem Malteser Hilfsdienst Rheinbach die Ausbildung zum Schulsanitäter in der dritten Klasse der Offenen Ganztagsschule eingeführt. "Es war mein persönliches Anliegen, da mein Sohn beim Rettungsdienst der Malteser war. Und ich weiß, wie wichtig das Ganze ist", so die Lehrerin.

In zehn Doppelstunden brachte Ruth Schumacher vom Malteser Hilfsdienst den Drittklässlern nach dem Schulunterricht die Rettungskette nahe: Sofortmaßnahmen, Notruf und Erste Hilfe. Die Kinder lernten, wie man mit Beulen und Schürfwunden umgeht und wie man sich verhält, wenn jemand vom Klettergerüst gefallen ist. "Ich habe gelernt, die Flasche nicht mit dem Mund öffnen zu dürfen und nicht einfach auf einen zugefrorenen See zu gehen", sagte Berkan.

Die neu ausgebildeten Sanitäter sollen nach Karneval bis zu den Sommerferien die derzeitigen Schulsanitäter der vierten Klasse, die im vergangenen Jahr den Kursus gemacht haben, begleiten. "Die Kinder des Sanitätsdienstes handeln wirklich sehr verantwortungsbewusst und sind mit vollem Engagement bei der Sache", sagte Lenzen.

Immer zwei Viertklässler absolvieren in den beiden Pausen den Dienst an der Schule. Bekleidet mit einer orange-gelb leuchtenden Rettungsweste und ausgerüstet mit einer Notfalltasche, die mit den wichtigsten Utensilien wie Pflaster und Verband ausgestattet ist, wachen sie über den Schulhof. Aber auch nachmittags sind die Schulsanitäter auf dem Schulgelände anwesend. "Es ist toll, dass die gemischten Gruppen hier gemeinsam eine soziale Gruppe bilden und einer für den anderen einsteht", lobte Ruth Schumacher.

Damit weder die neue noch die alte Sanitätsgruppe aus dem Training kommt, gibt es für beide einmal wöchentlich eine einstündige Auffrischung. Die Nachschulung leitet Lenzen zusammen mit der Erzieherin Sarah Schmithüsen.

Der neunjährige Ben Gorzolka jedenfalls war begeistert. "Ich finde es schön, anderen helfen zu können", meinte er und bedankte sich dann ganz herzlich bei der Stadt Rheinbach für den neuen Schulsanitätsraum.

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