Verbandsgemeinde Asbach

Protest gegen A3-Rastplatz-Ausbau

NEUSTADT.  Die Bürgerinitiative befürchtet mehr Lärm, Müll und Kriminalität in Neustadt-Neschen nahe der A3. Die Nähe zur A3 ist einerseits ein Segen für die Verbandsgemeinde Asbach. Sie hat den vier Gemeinden große Gewerbegebiete und damit steuerliche Vorteile gebracht. Es gibt aber auch Schattenseiten dieser Verkehrsachse und die bekommen zurzeit vor allem die Neschener zu spüren.
Lastwagen dicht an dicht: Die Brummi-Fahrer, wie hier in Hannover, brauchen Platz zum Pausieren.
								Foto: dpa
Lastwagen dicht an dicht: Die Brummi-Fahrer, wie hier in Hannover, brauchen Platz zum Pausieren. Foto: dpa

Denn dieser Ortsteil von Neustadt/Wied liegt in unmittelbarer Nähe der Autobahnraststätte Fernthal. Und die soll den Neschenern nach Plänen des Bundesautobahnamtes noch erheblich näher auf den Pelz rücken.

"Als wir aus der Presse erfahren haben, dass die Tank- und Rastanlage Fernthal in gigantischem Maße erweitert werden soll, fühlten wir uns von diesen Plänen überrollt. Die Bürger von Neschen und dem benachbarten Scharenberg sind schockiert über das Ausmaß des Vorhabens, das ihnen noch mehr Lärm und Müll bescheren wird und das auch für einen weiteren Anstieg der Kriminalität sorgen wird", so Hans Joachim Schmitz.

Er ist der Sprecher der "Bürgerinitiative Neschen-Scharenberg", die sich Ende März gebildet hat, um mit allen legalen Mitteln gegen die geplante Erweiterung vorzugehen. Danach plant der Landesbetrieb Mobilität Montabaur den Rastplatz von 36 Stellplätzen für Lastwagen auf 75 Plätze zu vergrößern. Hinzukämen sieben weitere Busstellplätze (zurzeit drei), während die Parkplatzzahl für Autos von 175 auf 200 ansteigen soll.

Um dies zu erreichen, soll die Anlage an der Autobahn in Richtung Frankfurt nach Südosten und -westen um bis zu 30 Meter auf die Häuser zu erweitert werden. Diese sähen sich dann einer zehn Meter hohen Böschung gegenüber. Schon heute sei für die Anwohner der Lärm, der von dem Rastplatz herüberschallt, kaum zu ertragen.

Das Motorengeräusch anfahrender Lastwagen und "das fröhliche Grölen" von Busreisenden mache ein Öffnen der Fenster kaum möglich, so Schmitz. Ganz zu schweigen von der hohen Umweltbelastung durch die Autobahn, die Rastanlage und die ICE-Trasse sowie die nahe gelegene Mülldeponie.

Außerdem würden die neuen Parkflächen mit fünfprozentiger Neigung auf die Häuser zulaufen. Da mag sich niemand vorstellen, was passiert, wenn ein Lastwagen, wohlmöglich beladen mit leicht entzündlichen Stoffen oder Chemikalien, ins Rollen kommt, so Schmitz.

Das aber ist nicht die einzige Gefahr, die die Neschener auf sich zukommen sehen. "Die Tank- und Rastanlage Fernthal ist bereits jetzt für Kriminelle ein idealer Ausgangspunkt für Einbrüche und andere Straftaten. In einige Häuser wurde schon mehrfach eingebrochen, andere Bürger hatten mehr Glück und kamen nur mit Beschädigungen von Fenster und Türen davon", so Schmitz.

Grund genug für die rund 360 Betroffenen, sich zu wehren. Sie wollen nicht zulassen, dass über ihre Köpfe hinweg Entscheidungen gefällt werden, mit deren Folgen sie leben müssen. Ein Ausweg könnte sich anbahnen, falls die Alternative der VG-Verwaltung, die Erweiterung auf die ehemalige Kreismülldeponie zu verlegen, praktikabel sein sollte. Am Montag gab es einen Ortstermin mit dem Bundestagsabgeordneten Erwin Rüddel und am Donnerstag, 3. Mai, wird das Thema den Neustädter Gemeinderates beschäftigen. Mit der Alternative konfrontiert wird das Autobahnamt dann auf der Einwohnerversammlung über die Erweiterung der Raststätte am Donnerstag, 10. Mai.

Weitere Infos auf www.bi-neschen-scharenberg.de

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