Pius Heinz aus Odendorf ist Poker-Weltmeister

Pius Heinz (22), gebürtig aus Swisttal-Odendorf, ist Poker-Weltmeister. Am Mittwochmorgen sicherte er sich als erster Deutscher den Titel. Er darf 8,7 Millionen Dollar (sechs Millionen Euro) mit nach Hause nehmen.

Bonn/Las Vegas. Pius Heinz, 22 Jahre alt und gebürtig aus Swisttal-Odendorf, ist Poker-Weltmeister. Um 9.23 Uhr am Mittwochmorgen sicherte sich Heinz als erster Deutscher überhaupt den Titel. Er darf 8,7 Millionen Dollar (6,4 Millionen Euro) mit nach Hause nehmen.

Ab kurz vor 3 Uhr am frühen Mittwochmorgen deutscher Zeit hatte Heinz im Finale der Hauptveranstaltung der World Series of Poker (WSOP) - der Poker-WM - in Las Vegas um den Sieg gekämpft. Rund sechseinhalb Stunden und 123 Hände später stand der Erfolg fest.

Fotos BilddokuBilder von der Poker-Weltmeisterschaft

"Das muss der glücklichste Moment in meinem Leben sein. Aber ich kann das alles noch gar nicht fassen", sagte Heinz im US-Fernsehen.

Der 22 Jahre alte Student war mit fast 108 Millionen Chips in Führung liegend in das Finale gegangen, an dem anfangs drei Spieler teilnahmen. Auf Platz zwei und drei waren noch Ben Lamb (rund 55 Millionen Chips) und Martin Staszko (knapp 43 Millionen) dabei. Nur wer am Ende alle Chips vor sich liegen hat, darf sich Poker-Weltmeister 2011 nennen und neben den 8,7 Millionen Dollar auch ein prestigeträchtiges Armband mitnehmen.

LivetickerSo lief das Finale bei der Poker-WM
Und das Finale begann gleich mit einem Paukenschlag: Nach nicht mal 20 Minuten nahm Staszko dem US-Amerikaner Lamb aus Las Vegas seine letzten Chips ab. Zuvor hatte Lamb, immerhin WSOP-Spieler des Jahres und Final-Favorit, schon einen großen Pot (43 Millionen Chips) gegen Staszko verloren. Auch Heinz nahm der Tscheche Staszko jede Menge Chips ab und katapultierte sich damit selbst an die Spitze des Feldes.

Das Spiel wogte hin und her zwischen dem Deutschen und dem Tschechen; beide hatten vorher noch nie an der Weltmeisterschaft teilgenommen. Zeitweise hatte Staszko dem Deutschen jede Menge Chips abgenommen. Nur rund 40 Millionen hatte Heinz noch zur Verfügung.

Die Wende kam um kurz nach 9 Uhr deutscher Zeit, als Heinz seine mittlerweile 80 Millionen Chips "All in" in die Mitte stellte und Staszko mitging. Der 22 Jahre alte Heinz, der mittlerweile als professioneller Poker-Spieler in Wien lebt, gewann die Hand und verdoppelte seine Chips auf 160 Millionen. Keine halbe Stunde später hatte der gebürtige Odendorfer seinem Kontrahenten, der sich mit 5,4 Millionen Dollar trösten darf, schließlich alle Chips abgenommen und darf sich nun Poker-Weltmeister 2011 nennen.

Zur Person

Pius Heinz stammt gebürtig aus Swisttal-Odendorf. Der 22-Jährige machte 2008 sein Abitur am Städtischen Gymnasium in Rheinbach. Nach seinem Zivildienst in den Nordeifelwerkstätten in Kuchenheim begann er ein Studium der Wirtschaftspsychologie in Köln. Bis August war Heinz noch in Odendorf gemeldet, bevor er in eine WG nach Wien zog, um sich als professioneller Poker-Spieler zu verdingen. Sein Studium lässt er daher derzeit ruhen.

Zum Poker-Spielen kam Heinz vor ein paar Jahren. Er spielte mit Schulfreunden. "Am Küchentisch für fünf oder zehn Cent", erinnert er sich. Gleichzeitig habe er auch angefangen, im Internet zu pokern. Dort feierte er 2010 seinen ersten wirklich großen Erfolg, als er bei einem Turnier 61 000 Dollar (44 000 Euro) gewann. So gerüstet, ging es im Sommer nach Las Vegas, wo er sich bei seinem ersten Live-Turnier überhaupt, einer kleineren Veranstaltung der WSOP, als Siebter mehr als 83 000 Dollar (60 000 Euro) sicherte. Ein Kleckerbetrag gegen 8,7 Millionen Dollar.

8,7 Millionen Dollar - 6 Millionen Euro - für Otto Normalverbraucher schier unvorstellbar. Was würden Sie mit so viel Geld machen? Lassen Sie uns an Ihren Träumen teilhaben!

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