Pia Heckes fordert Bärbel Dieckmann heraus

CDU-Vorsitzende kandidiert für das Amt der Bonner Oberbürgermeisterin und rechnet sich gute Chancen aus - Unterstützung aus allen Stadtbezirken - "Familienpolitik hat Priorität"

Bonn. Seit Freitag 17.11 Uhr ist es offiziell: Pia Heckes erklärte erstmals öffentlich ihre Bereitschaft, bei der Kommunalwahl am 26. September für das Amt der Oberbürgermeisterin zu kandidieren. "Ich rechne mir gute Chance aus, gegen Bärbel Dieckmann zu gewinnen - sonst würde ich nicht antreten", sagte die 47-jährige promovierte Kunsthistorikerin vor der Presse.

Auch wenn ihre Kandidatur jetzt "keine Überraschung" sei - im Vorfeld habe in der CDU ein "ziemlich dynamischer Prozess" stattgefunden, sagte Pia Heckes. Nachdem sie mehrfach gebeten worden sei zu kandidieren, "habe ich gesagt, ich bin dazu bereit und mache das gern".

Demonstrativ nahmen an der Pressekonferenz auch Parteivize Martin Wilde, die Vorsitzende der Frauen-Union, Birgit Gaschina-Hergarten, und die Vorsitzenden der CDU-Stadtbezirke, Markus Schuck (Bonn), Eckhardt Liessem (Bad Godesberg), Albert Hieronymi (Beuel) und Dirk Langner (Hardtberg) teil. Unisono erklärten sie, Pia Heckes sowohl auf dem Nominierungsparteitag am 28. Februar als auch im Wahlkampf zu unterstützen.

"Ich kann Menschen gut motivieren und habe eine kooperierende Art" sagte sie auf die Frage nach ihren Stärken. Unter Hinweis auf "die große Menge Sachverstand in der Verwaltung" fügte sie hinzu: "Ich glaube, mit dieser Verwaltung kann ich mehr erreichen." Als direkten Seitenhieb gegen OB Bärbel Dieckmann (SPD) wollte sie diese Aussage nicht verstanden wissen: "Aus Respekt vor dem Amt der Oberbürgermeisterin überlasse ich es den Bürgerinnen und Bürgern, ein Urteil über die Schwächen von Bärbel Dieckmann abzugeben." Der Wahlkampf "Frau gegen Frau" werde "fröhlicher, unverkrampfter, kreativer und weniger aggressiv", vermutet sie und nannte ihre vier Schwerpunktthemen:

  • Familienpolitik: "Unser Ziel ist gerade im Bereich des Betreuungsangebotes eine wohnortnahe Versorgung mit Kindergartenplätzen, Horten, Übermittagsbetreuung und qualifizierter Ganztagsbetreuung."
  • Internationales Bonn. Sie kritisierte, dass "die wichtigste Planung, das Kongresszentrum, über das Ideenstadium bisher nicht herausgekommen ist". Und sie stellte die Frage, "ob der Bund bei diesem Projekt nicht stärker in die Verantwortung zu nehmen ist".
  • Bildung, Wissenschaft, Forschung: "Wenn Elite-Universitäten kommen, werden wir uns dafür einsetzen, dass unsere Uni zu diesen Eliteeinrichtungen gehört."
  • Sicherheit und Sauberkeit: "Die Bonner haben einen Anspruch auf eine saubere und gepflegte Stadt, auf hohe Umweltstandards und auf Sicherheit in der Stadt."

Die Gefahr, der Skandal um den früheren CDU-Fraktionschef Reiner Schreiber könne ihre Chancen bei der Wahl schmälern, sieht Pia Heckes, seit vier Jahren Bürgermeisterin, nicht. Sie glaube, die Bürger hätten erkannt, "dass wir das Thema aufgearbeitet haben. Der Rest ist Sache der Juristen - und die unterstützen wir in ihrer Arbeit."

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