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Konferenzzentrum
Parterre ist im ersten Stock
Von Günther Schmitt
AHRWEILER. Zu früh gefreut: Bei den Plänen für das Konferenzzentrum der Ahrweiler Akademie gibt es Optimierungsbedarf: Vor einem Jahr knallten in Leipzig die Sektkorken. Das dortige Architektenbüro schulz & schulz hatte den Wettbewerb für das neue Kantinen- und Konferenzgebäude der Akademie für Krisenmanagement, Notfallplanung und Zivilschutz in Ahrweiler (AKNZ) gewonnen.
Noch ist keine Baustelle zu sehen: In der Bildmitte soll das neue Gebäude der Akademie entstehen. Foto: Günther Schmitt
"Der Siegerentwurf ist eine gelungene Symbiose aus Funktionalität, Nachhaltigkeit und Gestaltung bei Einhaltung des Kostenrahmens", sagte damals Ralph Tiesler, Vize-Präsident des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK), zu dem die AKNZ gehört. Unter Kostenrahmen wurden damals sieben bis elf Millionen Euro verstanden. Sieben Millionen sollte das Siegergebäude das Bundesinnenministerium kosten.
Zu früh gefreut: Denn mittlerweile sickert so langsam durch, weshalb der Grundstein nicht wie geplant schon vor drei Monaten gelegt wurde. Die Planer müssen ihren Entwurf komplett überarbeiten. "Wir gehen seit Mitte 2011 aus der Planung in die Fachplanung", erklärte Tiesler im GA-Gespräch.
Denn es war unter anderem erkannt worden, dass Platz für die Technik fehlte. Kommentar des Planers Karsten Liebener: "Kein Kommentar. Wenden Sie sich an den Bauherren." Dieser ist das BBK in Person von Tiesler: "Die Technik wird nachkorrigiert, es besteht allgemeiner Optimierungsbedarf." Dabei gehe es auch um größere Flächen für die Technik, sagt Tiesler und verweist auf gestiegene Baukosten. Diese gelte es zu reduzieren.
"Wir wollen im Kostenrahmen von sieben Millionen bleiben." Ein Einsparen sei lediglich am Baukörper möglich. Wie dies vonstatten gehen soll, und wie hoch die Kosten für die Neuplanung sind, konnte Tiesler nicht berichten.
Dafür aber über das weitere Prozedere an dem geplanten Gebäude: "Das bisher im Erdgeschoss vorgesehene Konferenzzentrum kommt ins erste Obergeschoss. Die dort vorgesehene Kantine mit Küche und Technik ins Erdgeschoss." Der einstige Siegerplan steht also auf dem Kopf. Einen Keller soll es definitiv nicht geben, auch wenn Tiesler schon von Baugrube sprach. Davon, dass jetzt der künftige Nutzer, sprich die Akademie, sparen soll, will Tiesler nichts wissen.
Er verneint, dass es Fragen gegeben hätte wie: Muss denn die Küche so groß sein? Können die nicht in Schichten essen? Brauchen die überhaupt Dolmetscherkabinen? Muss der Konferenzbereich so groß sein?
Tiesler: "Ziel ist ein modernes Konferenzzentrum, das internationalen Ansprüchen entspricht." Dennoch gäbe es zum Thema Einsparen keine Tabus. Er anerkennt zwar auch einen "erheblichen Mehrbedarf", postuliert jedoch: "Wir wollen bei sieben Millionen Euro bleiben." Und: "Es wird keine Verkleinerung des Konferenzbereichs geben. Auch die Kantine bleibt in ihrer Größe bestehen."
Doch mit dem ersten Spatenstich wird es noch dauern. Mit einem Baubeginn rechnet Tiesler nach der "Optimierungs"-Phase frühestens Ende des Jahres oder Anfang 2013. Dadurch steht fest: Die länderübergreifende Großübung Lükex 2013 wird nicht im neuen Kongresszentrum über die Bühne gehen. Tiesler erklärt aber auch: "Festzuhalten bleibt, dass wir mit den Architekten von schulz & schulz als erstem Preisträger des Wettbewerbs weiter planen."
Vielleicht kann Vize-Präsident Ralph Tiesler ja bei der irgendwann stattfindenden Einweihung seine Beurteilung von 2011 wiederholen: "Das neue Gebäude erfüllt die Anforderungen an eine zeitgemäße Aus-, Fort- und Weiterbildungsstätte, an der auch internationale Konferenzen stattfinden können und politische Verantwortungsträger, Führungskräfte und Experten aus allen Bereichen der staatlichen Sicherheitsvorsorge zusammenkommen."
Wie hieß es aus dem Umfeld von BBK-Präsident Christoph Unger beim Besuch der Mainzer Staatssekretärin Heike Raab, die auch Leiterin des Krisenstabes von Rheinland-Pfalz ist, noch so schön zum Thema Bauarbeiten in der AKNZ: "Kein Kommentar. Ich muss aus meinem Herzen eine Mördergrube machen."
Artikel vom 16.05.2012
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