Optimistisch in die Zukunft

Kommentar

Recht hatte Oberbürgermeisterin Bärbel Dieckmann, als sie am 27. Februar 2002 nach der Unterzeichnung des Vertrages zwischen Bund, Land und Stadt über den Bau des Internationalen Kongresszentrums Bundeshaus Bonn (IKBB) sagte, dies sei eine "ganz, ganz wichtige Stunde für die Bundesrepublik Deutschland und für Bonn". Unrecht behielt sie indes mit ihrer Prognose, Ende 2003 könnte mit dem Bau begonnen werden.

Das wiederum war und ist nicht von Nachteil. Denn es galt, einerseits einen Architektenentwurf aufs Schild zu heben, der das Ensemble der herausragenden Bauten von Günter Behnisch (Plenarsaal), Egon Eiermann (Langer Eugen) und Joachim Schürmann (Deutsche Welle) harmonisch ergänzt; dieser wurde mit der Arbeit von Ruth Berktold/Marion Wicher gefunden.

Andererseits musste ein finanzkräftiger und engagierter Investor gefunden werden, der das Projekt solide umsetzt. Auch dieser wurde gefunden - mit SMI Hyundai.

Dass der koreanisch-amerikanische Konzern rund 140 Millionen Euro investiert und bereits vor der Vertragsunterzeichnung mehrere Millionen Euro für die Planung ausgegeben hat, zeugt von seinem festen Willen, das IKBB zu einem "führenden Kongresszentrum in Deutschland" (Vorstandschef Mann Ki Kim) zu machen.

Unterm Strich hat sich die Verzögerung somit ausgezahlt, wobei ein besonderes Verdienst Stadtdirektor Arno Hübner zukommt, der unaufgeregt und präzise die Verhandlungen mit SMI Hyundai zum Erfolg gebracht hat.

Mit dem Kongresszentrum im ehemaligen Parlaments- und Regierungsviertel und dem in wenigen Tagen bezugsfertigen UN-Campus im Langen Eugen wird der wichtigste Baustein fürs internationale Bonn gelegt. Mehr noch: Bonn kann damit seinen Charakter als internationale Stadt gewaltig ausbauen. Insofern ist es nicht übertrieben zu sagen: Das IKBB ist das wichtigste Projekt in der jüngeren Geschichte der Stadt, zumal sich Bonn damit auch durchaus als zweites bundespolitisches Zentrum etabliert.

Nicht zu vergessen: das Projekt ist auch als Wirtschaftsfaktor von großer Bedeutung. Vor allem die Hotel- und Gastronomiebranche, der Einzelhandel und das Taxigewerbe werden davon profitieren. Und neue Arbeitsplätze geschaffen.

Bonn und die Bonner können sich freuen auf das Internationale Kongresszentrum Bundeshaus Bonn (IKBB), das Mann Ki Kim kurzerhand in United Nations Congress Center (UNCC) umbenannt hat. Das hat doch was! Dieser Name sollte beibehalten werden. UN statt BB - Zukunft statt Vergangenheit. Bonn kann mit Fug und Recht optimistisch in die Zukunft schauen.

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