Navigationsgerät führte Autofahrer ins Gleisbett

KÖNIGSWINTER.  Kurios: Er war mit dem Auto unterwegs, um sich Geld für die Medizinisch-Psychologische Untersuchung (MPU) zur Wiedererlangung des Führerscheins zu verdienen - und landete ausgerechnet im Gleisbett der Straßenbahn in Königswinter am Rhein.

Foto: dpa

Das Navigationsgerät hatte den 55-jährigen Troisdorfer, der sich in Königswinter nicht auskannte, fehlgeleitet. Und weil es am 15. Dezember 2010 gegen 17 Uhr bereits dunkel war und zudem schneite, bemerkte er nicht, dass er auf dem Schienenweg gelandet war. Wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis stand der Mann nun vor dem Königswinterer Amtsgericht.

Wie der General-Anzeiger vor einem knappen Jahr berichtete, hatte der Mann dem Navigationsgerät Vertrauen geschenkt, "dessen elektronische Frauenstimme ihn eben geradeaus statt nach rechts weitergeführt habe. Der Wagen musste abgeschleppt werden, der Schienenverkehr war in der Zeit von 17 bis 18.15 Uhr unterbrochen." Immerhin 5.000 Euro betrug der Schaden, den der fehlgeleitete Troisdorfer damals verursachte: Die Koppelspulen und die Schmierköpfe der Schmieranlagen an der Gleisanlage hat sein Wagen beschädigt.

Ohne Führerschein war der Mann seit 2005, weil er in Flensburg zu viele Punkte gesammelt hatte. Seitdem war er nicht mehr Auto gefahren, so seine Aussage jetzt vor Gericht. Bis zu jenem 15. Dezember, an dem er sich das Auto seiner Tochter für eine Kurierfahrt geliehen hat. Richterin Monika Taube stellte das Verfahren gegen Zahlung von 250 Euro vorläufig ein. Um seinen Führerschein darf er sich weiterhin bemühen.

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