Lehrgang von Experten

Nachmittag für Sinziger Schüler der besonderen Art: Das Szenario hieß Amoklauf

AHRWEILER.  16 Achtklässler der Sinziger Barbarossaschule haben die Verletzten bei einem Fachlehrgang des Rettungsdienstes gemimt.

Rettungsübung auf der Trümmerstraße der Ahrweiler Akademie. Foto: Thorsten Trütgen

Einen Schulnachmittag besonderer Art erlebten 16 Schüler der achten Klasse der Sinziger Barbarossa-Ganztagsschule. Mit ihrer Lehrerin Alexandra Toretti fuhren sie nach Ahrweiler zur Akademie für Krisenmanagement, Notfallplanung und Zivilschutz (AKNZ). Dort betätigten sie sich als Verletztendarsteller für einen Fachlehrgang für Führungskräfte bundesweiter Rettungsdienste.

"Präklinisches Management besonderer Schadenslagen (Terror)", so lautete der Titel der dreitägigen Fachausbildung, an der Führungskräfte von Rettungsdiensten aus ganz Deutschland teilnahmen. Bestandteil dieser Ausbildung ist auch eine praktische Übung. Die Lehrgangsteilnehmer müssen unter Beobachtung von Experten zeigen, wie sie das Erlernte umsetzen und sich während eines solchen Einsatzes verhalten würden.

Zur Durchführung dieser Lehrgangsübung werden Darsteller benötigt. Die Anfrage zur Unterstützung richtete Seminarleiter Daniel Kalff an das Deutsche Rote Kreuz (DRK) im Ahrkreis. Da auch die ehrenamtlichen DRK-Kräfte von 14 bis 17 Uhr arbeiten müssen, entschied man, eine mit dem DRK im Schulsanitätsdienst kooperierende Ganztagsschule anzusprechen.

Toretti, Kooperationslehrerin Schulsanitätsdienst an der Barbarossa-Realschule plus in Sinzig, sagte die Teilnahme zu. Den Transfer der Schüler organisierten drei ehrenamtliche Kräfte des DRK-Ortsvereins Bad Neuenahr-Ahrweiler mit Einsatzfahrzeugen.

Im Unterricht wurden die Schüler von ihrer Lehrerin und vor Übungsbeginn durch Fachkräfte der AKNZ auf die Besonderheiten der Übung vorbereitet. Terror- oder Amokeinsätze stellen für den Rettungsdienst glücklicherweise nur einen ganz seltenen Einsatzanlass dar.

Aufgrund der Besonderheiten solcher Einsätze müssen die Rettungsdienste aber bestmöglichst auf derartige Szenarien vorbereitet werden. Dies macht die AKNZ in diesem speziellen Lehrgang. Ausgestattet mit Latexkollagen, die verschiedene Verletzungen darstellten, mimten die Achtklässler eine Schulklasse, die von einem solchen Szenario überrascht wurde.

Die Jugendlichen sollten die Betroffenen und Verletzten darstellen. Auf der Trümmerstrecke der AKNZ zündeten Pyrotechniker - vom Zoll - kontrolliert zwei Sprengladungen: Zunächst in einem Haus und kurze Zeit später in einem Pkw. Ein Polizist simulierte den vermeintlichen Attentäter und sorgte mit Platzpatronen für die weitere realitätsnahe Ausgestaltung der Übungssituation. Auf Kommando der Übungsleiter rannten die Schüler völlig aufgeregt aus dem Gebäude und mussten sich von den Lehrgangsteilnehmern versorgen und betreuen lassen. Insgesamt gab es drei Übungsdurchgänge.

In den Pausen wurden die einzelnen Situationen vom Seminarteam mit den Schülern besprochen und ausgewertet. Auch, um Ängste zu vermeiden. Dass die Schüler ihre Aufgabe gut bewältigten, bestätigte der Beifall der Lehrgangsteilnehmer. Nach der Übung gab es in der Kantine etwas zum Aufwärmen.

AKNZ-Schulleiter Thomas Mitschke ließ es sich nicht nehmen, den Schülern persönlich für ihr Engagement zu danken. Der Einsatz der Schulklasse stellte sogar eine Premiere dar. Mitschke freute sich, seine Bildungseinrichtung Jugendlichen aus der Region näher bringen zu können. Die Schüler kannten die AKNZ bisher nicht und hatten auch noch keine Erfahrungen mit dem Thema "Bevölkerungsschutz". Somit war die Übungsteilnahme der Schüler auch eine gute Werbemöglichkeit für die ehrenamtliche Mitarbeit im Bevölkerungsschutz.

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