Das GA-Torfieber grassiert wieder
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Bad Neuenahr-Ahrweiler. Mittwochmorgen, 10 Uhr in der Ahrtal-Kaserne. Eine Nachricht aus Berlin schlägt wie eine Bombe ein: "Der Bundeswehrstandort Bad Neuenahr-Ahrweiler wird aufgelöst." Nur wenig später steht das 136 Seiten starke Papier mit dem Titel "Die Stationierung der Bundeswehr in Deutschland" bereits im Internet.
Wut und Enttäuschung sind die Reaktion der 570 Soldaten und Zivilangestellten der Abteilung V des Heeresamtes und des Logistikzentrums der Bundeswehr. Denn ihr oberster Dienstherr, Minister Thomas de Maizière, hat mit einem Federstrich einen Dienstort gestrichen, der so alt ist wie die Bundeswehr. Amtschef und Standortältester Brigadegeneral Erich-Heinrich Koenen: "Die Aufgaben der Abteilung Heeresamt V werden in das neue Bundesamt für Ausrüstung und Nutzung in Koblenz integriert." Über einen Zeitplan könne noch nicht gesprochen werden.
Für Bad Neuenahr-Ahrweiler ist die Entscheidung fatal. Denn die Kreisstadt verliert mit der Bundeswehr ihren zweitgrößten Arbeitgeber. "Das ist ein schwarzer Tag für die Stadt und ein herber Schlag für die Betroffenen", war die erste Reaktion von Bürgermeister Guido Orthen. Die Auswirkungen für die Stadt insgesamt seien im Moment gar nicht alle absehbar. Denn die Verlegung von Bundeswehrstellen bedeutet nicht nur einen Wegfall von Arbeitsplätzen in Bad Neuenahr-Ahrweiler.
Damit verbunden seien gleichzeitig gravierende soziale, wirtschaftliche und strukturpolitische Einschnitte für die gesamte Region. Orthen: "Diese drastische Entwicklung bedeutet einen Verlust von Kaufkraft für die Wirtschaft vor Ort. Nicht nur das: Wir verlieren auch viele Menschen, die gesellschaftlich integriert sind und sich ehrenamtlich engagieren.
"Dieser "Kahlschlag" sei insbesondere vor dem Hintergrund der zahlreichen Entscheidungen zu sehen, die Stadt und Region bereits in den vergangenen Jahren über die Maßen belastet haben: Regierungsumzug, Schließung des Regierungsbunkers, Abzug der Heeresdisposition nach Wilhelmshaven, Abbau von 500 Stellen bei der Bundeswehr und aktuell die Schließung des Katasteramtes.
Orthen: "Jetzt gilt es zügig, vom Bund den Zeitplan zu erfahren, wie und wann konkret der Abzug geplant ist. Bund und Land sind jetzt wohl um so mehr in der Pflicht, die Auswirkungen abzufedern und nicht nur verbrannte Erde zu hinterlassen."
Artikel vom 27.10.2011