NRW attackiert Verteidigungsminister im Streit um Militärflüge am Flughafen Köln/Bonn

Köln.  Im Streit um das geplante Drehkreuz kanadischer Streitkräfte am Flughafen Köln/Bonn hat die Landesregierung das Vorgehen der Bundesregierung scharf kritisiert.

Die Verlagerung kanadischer Militärflüge an den Flughafen Köln/Bonn sorgt für Diskussionen. Foto: ga

"Mit Befremden habe ich zur Kenntnis nehmen müssen, dass solche Pläne beraten und beschlossen werden, ohne zuvor mit dem Land Nordrhein-Westfalen, der Flughafen Köln/Bonn GmbH und den sonst Betroffenen zu sprechen", teilte NRW-Verkehrsminister Harry Voigtsberger (SPD) am Freitag in Düsseldorf mit.

Die Landesregierung habe keine Informationen, in welchem Umfang und zu welchen Zeiten zusätzliche Flugbewegungen am Flughafen Köln/Bonn zu erwarten seien. Der Verteidigungsminister solle die fehlenden Informationen schnellstmöglich nachliefern. Er habe Verteidigungsminister Thomas de Maizière (CDU) daher um ein klärendes Gespräch gebeten. "Die Landesregierung sieht alle Aktivitäten kritisch, die ihr Ziel der Reduzierung des Nachtfluglärms gefährden können."

Der Chef des Flughafens Köln/Bonn, Michael Garvens, hatte sich bereits gegen eine Verlagerung kanadischer Militärflüge an seinen Airport ausgesprochen. Verteidigungsminister de Maizière und sein kanadischer Amtskollege Peter MacKay hatte sich in Ottawa darauf verständigt, dass die kanadischen Streitkräfte für ihre Auslandseinsätze künftig den Flughafen Köln/Bonn zu ihrem logistischen Drehkreuz machen könnten. Am Flughafen Köln/Bonn sind Nachtflüge erlaubt. Um die Nachtflugerlaubnis gibt es schon seit geraumer Zeit heftige Diskussionen.

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