Das GA-Torfieber grassiert wieder
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Gelsdorf. Beigefarbener Anzug, blaues Hemd, keine Krawatte und Küsschen für die rheinland-pfälzische CDU-Vorsitzende Julia Klöckner: Verteidigungsminister Thomas de Maizière war bei seinem Antrittsbesuch bei der Streitkräftebasis in Gelsdorf in bester Sommerlaune, während der Stellvertreter des Generalinspekteurs der Bundeswehr, Vizeadmiral Wolfram Kühn und seine uniformierten Mannen beim Kommando Strategische Aufklärung in der Grafschaft vorschriftsmäßig salutierten.
Das Outfit des Ministers war allerdings der einzige Kontrast, der sich zwischen Truppe und Ministeriumschef auftat. Ansonsten zeigte sich der seit dem 3. März amtierende Minister als gut informierter Dienstherr.
In einer umfangreichen Truppenschau präsentierte die Streitkräftebasis dem Minister ihre Leistungsfähigkeit anhand ausgewählter, am Einsatz orientierter Szenarien. So sollte deutlich werden, welch entscheidende Rolle die Streitkräftebasis für die Durchhalte- und Führungsfähigkeit der Bundeswehr im Auslandseinsatz wahrnimmt.
Die Streitkräftebasis leistet die logistische Versorgung der Einsatzkontingente und verknüpft alle Einsatzgebiete über Satellitenkommunikation mit Deutschland. Sie gewährleistet die technische Aufklärung in den Einsatzgebieten der Bundeswehr, stellt Geo-Informationen zur Verfügung und trägt mit ihren Kräften zum Wiederaufbau in den Einsatzgebieten bei.
In Gelsdorf wurde de Maizière durch eine Zeltlandschaft geführt, in der beispielsweise Gespräche zwischen der Bundeswehr und einem afghanischen Dorfältesten nachgespielt wurden, es wurde vorgeführt, wie aktuelle Wetterdaten verarbeitet werden, Bodenbeschaffenheiten analysiert und logistische Abläufe dokumentiert werden. Weitere Stationen der Leistungsschau waren das Fernmeldewesen, das Funktionieren der zivil-militärischen Zusammenarbeit oder auch das Feldjägerwesen.
Mit rund 60 000 Soldaten und 14 500 zivilen Mitarbeitern ist die Streitkräftebasis als "Hirn der Bundeswehr" der zweitgrößte Organisationsbereich der Bundeswehr. Die Streitkräftebasis stellt wesentliche einsatzrelevante Fähigkeiten zur Verfügung. Diese kommen den Teilstreitkräften Heer, Luftwaffe, und Marine sowie dem Sanitätsdienst zu Gute.
Das Ziel ist, das Beste aus zwei Welten, nämlich aus Militär und Wirtschaft, zum Nutzen der Bundeswehr zu vereinen. So liegt auch in Gelsdorf ein Akzent auf der wissenschaftlichen Begleitung der Streitkräfte, von der sich de Maizière überzeugen konnte. Kurz ging der Minister zum Abschluss auch auf die Sicherheitslage in Afghanistan ein.
Sie sei "noch nicht so, wie wir uns das wünschen würden". Seinen Antrittsbesuch nutzten neben der rheinland-pfälzischen CDU-Chefin Julia Klöckner auch die Bundestagsabgeordnete Mechthild Heil sowie die Landtagsabgeordneten Guido Ernst, Marcel Hürter und Horst Gies zur Informationsvisite. In Gelsdorf sind rund 500 Soldaten stationiert. Hinzu kommen noch 250 zivile Mitarbeiter.
Artikel vom 13.07.2011