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Bengalische Fackeln im Zelt entzündet
Mindestens 25 Menschen in Troisdorf verletzt
Von bd/voa
troisdorf. Mindestens 25 Menschen sind in der Nacht zu Donnerstag bei einer Maifeuer in Troisdorf verletzt worden. In einem Zelt wurden bengalische Feuer entzündet, und zahlreiche Besucher erlitten Rauchgasvergiftungen.
Abruptes Ende einer Maifeier. 25 Menschen erlitten Rauchgasvergiftungen, als im Festzelt bengalische Fackeln gezündet wurden. Foto: Axel Vogel
In Kriegsdorf hatte der ortsansässige Junggesellenverein am Mittwochabend zu einer feucht-fröhlichen Feier in ein Festzelt am Sportplatz eingeladen. Zu späterer Stunde zündeten vermutlich alkoholisierte jugendliche Gäste bengalische Fackeln an, die manch einer noch vom Relegationsspiel Düsseldorf - Berlin am Dienstagabend in erschreckender Erinnerung hat.
Gegen 1.20 Uhr ging der Notruf bei der Polizei ein. Was folgte, war ein großer Einsatz, an dem auch mehrere Rettungswagen und Notärzte beteiligt waren. In dem Zelt konnte der extreme Rauch der sogenannten Bengalos nicht abziehen, und in Windeseile litten zahlreiche Besucher des Festes unter starken Atembeschwerden. Fluchtartig stürzten die Besucher ins Freie.
25 Personen wurden vor Ort und später in Krankenhäusern behandelt, acht mussten im Hospital bleiben. Die Polizei geht davon aus, dass noch weitere Besucher der Feier Rauchgasvergiftungen erlitten haben, sich bislang aber nicht bei der Polizei oder den Rettungskräften gemeldet haben.
Laut Polizei sind die Fackeln nicht etwa bei einer gewalttägigen Auseinandersetzung oder einer Schlägerei entzündet worden, sondern aus Übermut "oder reiner Blödheit".
Kurz nach 1 Uhr versammelten sich laut Polizei vier befreundete Vereine vor der Bühne, um gemeinsam dem Maikönigspaar zu gratulieren. Aus dieser Gruppe heraus wurde zunächst von einer Person ein bengalisches Feuer gezündet. Zwei weitere Bengalos und vermutliche eine Rauchbombe wurden anschließend von weiteren Personen aus der Gruppe heraus gezündet.
Eine der Personen, die ein Bengalo entzündet hatte, konnte bereits ermittelt werden. Es handelt sich dabei um einen 22-jährigen Mann aus Troisdorf. Ihn erwartet nun ein Strafverfahren wegen gefährlicher Körperverletzung.
Bei der "Extratour", der Präsentation der Junggesellen aus der Hütte haben Angehörige des Vereins mitten in dem mit etwa 500 Junggesellen aus der ganzen Region besetzten Zelt bengalisches Feuer gezündet. So schilderte der Veranstalter Kevin Fabek vom JGV Kriegsdorf die Geschehnisse. Dabei soll es sich nach unterschiedlichen Darstellungen um zwei bengalische Feuer und eine Rauchbombe bzw. drei bengalische Feuer gehandelt haben. Einen der Täter hatte Stephan Dubois von den Kriegsdorfer Junggesellen, der auf der Bühne stand, nach eigener Aussage direkt aus dem Zelt geworfen.
Mit einem Feuerlöscher war gelöscht worden, zumal viele Junggesellen auch in der freiwilligen Feuerwehr sind, doch es gab eine riesige Verqualmung im Zelt: „Ich hatte echt Panik, als ich gesehen habe, wie die Leute umkippten. Zumal auch meine Familie in dem Zelt war“, sagte Christiane Kern-Dubois, die Frau des Ortsvorstehers, die an der Kasse gesessen hatte.
Gleichwohl sei die Räumung des Zeltes ohne Panik und sehr diszipliniert erfolgt. Troisdorfs Feuerwehrchef Dietmar Klein zog daraufhin 60 Retter vor Ort zusammen, um insgesamt 25 Verletzte zu behandeln. "Die Zusammenarbeit zwischen den Rettungskräften, die aus dem ganzen Kreis kamen, hat gut geklappt", so Klein. Zudem waren auch rund zehn Polizeibeamte unter Leitung von Rudolf Rauber vor Ort.
Weitere Verletzte, die ohne Behandlung nach Hause gegangen sind, werden gebeten, sich unter der Rufnummer 02241/5418080 zu melden.
Artikel vom 17.05.2012
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