Ausstellung in Bad Honnef

Max Stiller zeigt seine Werke im Kunstraum

Bad Honnef.  Von Haus aus ist Max Stiller Biologe. Aber ihn faszinierte die Kunst. Und so widmete er sich als Autodidakt diesem Fach. Geometrische Positionen, Zerlegung und Verknüpfung von Räumen sind Vokabeln, mit denen er "hantiert" und auf deren visuelle Umsetzung der Besucher des Kunstraums trifft.
Der Künstler und sein Werk: Max Stiller im Bad Honnefer Kunstraum.
							Foto: Frank Homann
Der Künstler und sein Werk: Max Stiller im Bad Honnefer Kunstraum. Foto: Frank Homann

Dort zeigt der Maler aus Köln, Jahrgang 1957, derzeit einige seiner Werke. Der Vorsitzende des Vereins zur Förderung von Kunst und Kultur in Bad Honnef, Werner Osterbrink, eröffnete die Ausstellung und unterzog Stiller vor dem Publikum der Vernissage einer Befragung zu Motiven und Vorgehensweise.

Obwohl Stiller sich schon seit vielen Jahren der Kunst widmet, ist es noch gar nicht so lange her, dass er mit seinen Arbeiten erstmals in die Öffentlichkeit ging. Zunächst schuf er Struktur- und Reliefwerke, dann begann er sich mit Kubismus zu befassen.

Er nennt seine geometrische Bildsprache Trigonometrischer Kubismus. Ein Begriff, der sich aus der Systematik der Bild- und Raumzerlegung ergibt. Stiller: "Wie im Kubismus der Klassischen Moderne geht es um die Darstellung und Zerlegung der Körper in beziehungsweise auf geometrische Formen. Darüber hinaus, und das primär, umfasst meine Arbeit die Erforschung neuer räumlicher Darstellungsmöglichkeiten. Der Hauptsatz meiner Malerei erhebt die Forderung, das Objekt und den ihn umgebenden Raum miteinander zu verbinden."

Max Stiller arbeitet frei Hand mit Pinsel. Bleistift, Lineal und Zirkel sind Hilfsmittel zum Vorzeichnen. Der Künstler nutzt ausschließlich Ölfarben höchster Pigmentierung. Werner Osterbrink erkundigte sich nach dem Geheimnis des Maluntergrundes, der eine gewisse Struktur aufweise. "Der Farbauftrag erfolgt auf einer Spachtelung nach eigenem Rezept", erläuterte Stiller.

"Die Masse ist eine Mischung von Steinmehlen auf der Basis einer Acrylemulsion und muss sehr genau abgestimmt werden." Dadurch entstehe ein leicht strukturierter Grund wie bei einem feinen Putz. Diese Grundierung nehme die Farbpigmente viel intensiver auf als beispielsweise Leinwandgrund. Der Erfolg: eine hohe optische Ausstrahlungsdichte und hohe Leuchtintensität.

Titel wie Irische, Bretonische oder Schottische Trilogie, Danzig, Traurige Schönheit des Verfalls - Cardoness Castle oder Glenfinnan machen neugierig auf Stillers Werke. Und wer weiß, vielleicht blättert der eine oder andere Betrachter im Lexikon und schlägt in der eigenen Erinnerung längst versunkene Begriffe wie Winkelsumme, Kosinus- und Sinussatz, Satz des Pythagoras oder Umkreis- und Inkreis-Radius nach. Oder noch besser: Er lässt die Mathematik beiseite und erfreut sich an den Arbeiten.

Die Ausstellung "Max Stiller - Malerei und Grafik" ist bis 4. März im Kunstraum am Rathausplatz zu sehen, donnerstags und freitags 16 bis 19 Uhr sowie samstags und sonntags von 10 bis 13 Uhr.

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