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Stadtbücherei Bad Honnef
Leitung bald als Ehrenamt?
Von Horst-Dieter Küsters
BAD HONNEF. Bibliothekarin Edda Biesterfeld geht zwar erst im September 2013 in Ruhestand. Doch schon jetzt beschäftigt der Abschied der Leiterin der Stadtbücherei Bad Honnef die Gemüter. Stadtverwaltung und Kommunalpolitik denken über eine ehrenamtliche Nachfolge-Lösung nach, während der Förderverein davor warnt.
Plädiert für eine hauptamtliche Nachfolge: Bad Honnefs Büchereileiterin Edda Biesterfeld. Foto: Frank Homann
"Eine Leitung durch Ehrenamtler ist rein fachlich angesichts der Größe und des Renommees der Bücherei gar nicht möglich", sagte Erika Fenkes, Vorsitzende des Fördervereins Stadtbücherei.
Unterdessen hat der Stadtrat einen Beschluss gefasst, der recht unbestimmt klingt: Die Verwaltung soll alle Bemühungen zum Erhalt der Stadtbücherei unterstützen und dabei auch den Erhalt einer hauptamtlichen Leitung in Betracht ziehen, ein Kompromissvorschlag der Stadtchefin, der einstimmig bei sechs Enthaltungen angenommen wurde.
In der Diskussion stand die Befürchtung im Raum, die Stadt könne die Stelle der Stadtbüchereileiterin womöglich aus dem Stellenplan streichen. "In Zeiten abnehmender Lesekompetenz, vor allem bei Jugendlichen, sowie als ideale Ergänzung zu den Lehrplänen der Fortbildungseinrichtungen vor Ort ist die Stadtbücherei von herausragender Bedeutung", argumentierte etwa Klaus Munk für die SPD-Fraktion.
Er befürchtet: "Ohne eine fachkundige, hauptamtliche Leitung wird sich die Stadtbücherei in der bestehenden Form nicht erhalten lassen." Die Einsparung der Bibliotheksleitung stehe zudem im Widerspruch zu dem im Haushaltsplan genannten Ziel der "Förderung von Lesekompetenz durch Beratung und Information".
Unbedingt für eine festangestellte Kraft plädiert auch Vizebürgermeisterin Annette Stegger (SPD). "Nur eine volle Stelle garantiert den Erhalt der Stadtbücherei. Wenn wir die Bibliotheksleitung im Stellenplan belassen, geben wir ein eindeutiges Signal, dass wir dies auch wirklich wollen."
Dabei sind die Stadtratsfraktionen einig über das Ziel, die Stadtbücherei in ihrer Qualität zu erhalten. "Wir sollten allerdings abwarten, was das Gespräch ergibt, zu dem der Förderverein der Stadtbücherei nach den Sommerferien einladen wird", verwies Michael Oswald von Bündnis 90/Die Grünen. Sebastian Wolff (CDU) meinte, "falls sich in dem Gespräch neue Wege hinsichtlich einer ehrenamtlichen Leitung eröffnen, sollten wir die auch prüfen".
Das sieht Fördervereinsvorsitzende Erika Fenkes jedenfalls nicht. "Wenn Frau Biesterfeld nächstes Jahr aufhört, muss die Stadtbücherei in gute Hände einer Fachkraft kommen, damit unsere langjährige Bibliothekarin beruhigt gehen kann", sagte sie auf Anfrage.
Bei dem Gespräch nach den Sommerferien gehe es generell um die Zukunft des in der Bevölkerung verwurzelten Kulturzentrums Stadtbücherei. Die Mitglieder des Fördervereins seien nach wie vor gerne bereit, der Leiterin zuzuarbeiten. Auch bei den Veranstaltungen, von Lesungen bis hin zum Bücherei-Führerschein für Kinder, sei der Verein eingebunden. "Es kann sein, dass sich manche Politiker eine ehrenamtliche Leitung wünschen. Die aber gehört fest in die Hand einer Fachkraft. Wir wären mit dieser Aufgabe absolut überfordert", so Fenkes.
Für die amtierende Leiterin der Stadtbücherei Edda Biesterfeld ist allein der Gedanke, ihre Aufgabe einem Ehrenamtler zu übertragen, abstrus. "Es geht hier immerhin um Steuergelder. Wer soll denn da die Verantwortung übernehmen?", sagte die Bibliothekarin, die die Bücherei seit 1970 leitet, dem GA. Sie arbeite seit Jahren hervorragend mit Freiwilligen zusammen, diese könnten aber auf sich alleine gestellt die Bücherei nicht führen. "Es muss einen geben, der den Überblick behält."
Artikel vom 21.07.2012
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