Kommentar: Kompromiss finden

Bad Honnef.  Es könnte wahrlich besser laufen für Bad Honnef. Erst der an der Stadt komplett vorbei beschlossene Wegzug des Katholisch-Sozialen Instituts. Und jetzt droht auch noch ein, eher hausgemachter, Umzug, der der Confiserie Coppeneur.

Das Bemühen um den Erhalt und die Erweiterung des Confiserie-Unternehmens in Bad Honnef lenkt den Blick dabei auf ein grundsätzliches Problem: Bad Honnef befindet sich, nicht zuletzt wegen seiner Grenzlage zu Rheinland-Pfalz, bei den Preisen für Gewerbeflächen in einem harten Wettbewerb.

Es ist ein Wettbewerb, den die Stadt nur gewinnen kann, wenn die Akteure in der Vermarktung verhandlungsbereit sind. Dass es dabei keineswegs um Dumpingpreise gehen kann und darf, wissen und würdigen immer wieder auch Unternehmer. Die Lösung dürfte also wie so oft irgendwo in der Mitte liegen.

Eine städtische Gesellschaft darf zugleich den Nutzen für das Gemeinwesen nicht aus dem Blick verlieren. Der Erhalt der Jobs von Menschen, die bei einer Betriebsverlagerung in die fernere Grafschaft wohl nicht mit umziehen könnten, ist nur eines der Argumente, die gewürdigt werden müssen.

Fest steht auch: Die bisherige Brache am Dachsberg, sei sie nun Folge der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung oder nicht, ist eine denkbar schlechte Visitenkarte für eine erfolgreiche Vermarktung des Gebietes - und damit auch für die Wirtschaftsförderung und für die gesamte Stadt Bad Honnef. Bleibt also zu hoffen, dass die Kompromisssuche jetzt Erfolg hat. Und bald gebaut wird am Dachsberg.

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