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Regenbogen-Parade
Köln feiert den Christpher Street Day
Köln. Beim Christopher Street Day in Köln fordern Homosexuelle die rechtliche Gleichstellung der eingetragenen Lebenspartnerschaft. Viele Zuschauer wollen lieber Konfetti und Fetisch sehen.
Ein Mann - verkleidet als Braut und Bräutigam in einer Person - beteiligt sich am in Köln am Christopher Street Day. Foto: dpa
Tosender Applaus für die Konfetti-Kanone: Als der Paradewagen der HIV-Initiative «Herzenslust» bei der Christopher Street Day (CSD) in Köln tausende Glitterschnipsel in die Luft schießt, johlen die Zuschauer. Bei der Schwulen- und Lesbenparade steht am Sonntag der Spaß eindeutig im Vordergrund. «Das ist Feiern auf hohem Niveau», sagt James Schwindowski (42). «Die politische Ebene ist dem CSD schon vor 10 Jahren abhandengekommen.»
Dabei ist das Motto der Veranstaltung in diesem Jahr besonders aktuell: Mit dem Slogan «Ja, ich will!» wollen die Veranstalter des CSD, der Kölner Lesben- und Schwulentag e.V. (KLuST) die Forderung nach voller rechtlicher Gleichstellung von eingetragenen Lebenspartnerschaften mit der Ehe unterstreichen. «Auch wenn wir den Besuchern Spaß bieten wollen, unser Anliegen ist politisch», sagte KLuST-Vorstandsmitglied Markus Danuser.
Mit Karneval soll die Veranstaltung auf keinen Fall gleichgestellt werden. «Das ist Brauchtum, wir sind eine Emanzipationsbewegung», sagte Danuser. Das viele Menschen trotzdem kommen, um die bunten Drag-Queens und Fetisch-Verkleidungen zu sehen, ist ihm bewusst. «Wir müssen sowohl die heterosexuelle wie unsere homosexuelle Gesellschaft erreichen.» Trotz des strömenden Regens zu Beginn der Parade sind nach Schätzung des Veranstalters über 500 000 Menschen gekommen. Das sind fast ein Drittel weniger als im Vorjahr. Das Wetter ist in jedem Fall schuld, findet Danuser, nicht aber die politische Kampagne der diesjährigen Veranstaltung.
Zwischen Party und Politik bewegt sich auch Andreas Rudi (42). Halb als Braut, halb als Bräutigam verkleidet läuft er beim Straßenumzug mit. Für den Paradewagen der «Schwulen Unternehmer aus dem Rhein-Erftkreis» verteilt er Rosen, die Zuschauer sind begeistert und wollen sich mit ihm fotografieren lassen. «Ich möchte die Vielfalt zeigen», sagt er. Sein Kostüm soll die Leute zum Nachdenken anregen, aber trotzdem möchte er selbst auch Spaß haben beim CSD.
Gesellschaftliche Gleichberechtigung für jede sexuelle Orientierung fordert auch Ute Danicke-Biskup (48): «Die gleichen Pflichten wie Heteros haben wir ja auch.» Auch wenn der CSD keine wirkliche Demo ist, für Danicke-Biskup und ihre Freundinnen ist es wichtig Präsenz zu zeigen. «Insbesondere Regenbogenfamilien sind von der aktuellen Regelung betroffen.» Sie und ihre Partnerin ziehen gemeinsam zwei Kinder groß, werden aber als Alleinstehende besteuert.
Das sich die Rechtslage für eingetragene Lebenspartnerschaften bald ändern soll, fordern auch Politiker im Rahmen des CSD. NRW-Sozialminister Guntram Schneider (SPD) sichert die volle Unterstützung der Landesregierung zu. «Wir haben dies in unserem Koalitionsvertrag festgeschrieben», sagte er. «Es gibt leider immer noch Vorurteile bis hin zu Anschlägen auf Schwule und Lesben.» Der Kampf für gleiche Rechte und Toleranz sei noch lange nicht beendet.
Artikel vom 08.07.2012
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