Einbruchskriminalität und Unfallschwerpunkte

Karlheinz Maron: "Mithilfe der Bevölkerung bleibt wichtig"

Neuwied.  Seit März 2011 leitet der 51 Jahre alte Polizeidirektor Karlheinz Maron die Polizeidirektion in Neuwied. Wie sich die Kriminalität und die Unfallzahlen in dieser Zeit entwickelt haben, ist Thema des Interviews. Karlheinz Maron, der neue Leiter der Polizeidirektion Neuwied, zu Einbruchskriminalität und Unfallschwerpunkten.

Herr Maron, 2011 scheint sich ein Rückgang der Straftaten abzuzeichnen.
Karlheinz Maron: Die Zahl der registrierten Straftaten 2011 wird wohl um einige Prozentpunkte gegenüber 2010 sinken. Eine endgültige Aussage kann erst nach Auswertung und Freigabe der Statistik für das Gesamtjahr getroffen werden. Die Aufklärungsquote dürfte, wie in den vergangenen Jahren, über 60 Prozent liegen.

Wo gibt es unverändert Brennpunkte?
Maron: Bei den Delikten im Bereich der Wohnungseinbrüche. Die örtlichen Schwerpunkte liegen im Nahbereich der A3, an der Rheinschiene zwischen Linz/Bad Honnef und in der Stadt Neuwied. Diese Taten steigen insbesondere im Winterhalbjahr an, da Täter vermehrt den Schutz der Dunkelheit in den Abendstunden bei Abwesenheit der Wohnungseigentümer ausnutzen. Die Nähe zu den angrenzenden Ballungszentren in Nordrhein-Westfalen und die örtliche Verteilung, aber auch Ermittlungsergebnisse lassen den Schluss zu, dass vorwiegend überörtliche Täter aktiv sind.

Ist die Zahl der Einbrüche gestiegen?
Maron: Es zeichnet sich ab, dass die Zahlen in etwa denen, der vergangenen Jahre entsprechen. 2010 zählten wir 420 registrierte Fälle. Bei Wohnungseinbruchdiebstahl handelt es sich aber nicht nur im Bereich der Polizeidirektion Neuwied nach wie vor um einen deliktischen Schwerpunkt.

Was kann man hier tun, um in dem Bereich zu mehr Sicherheit zu kommen?
Maron: Um diese Delikte verstärkt zu bekämpfen, wurden zentrale Arbeitsgruppen bei der Kriminalpolizei eingerichtet und offene und verdeckte Schwerpunkt-Streifen in den gefährdeten Wohnlagen gefahren. Aber auch die Mithilfe der Bevölkerung bleibt wichtig. Insofern haben wir Präventionsmaßnahmen verstärkt. Dies zeigt erste Erfolge. Im Bereich Asbach führten die Meldungen von Nachbarn jeweils zur Festnahme von überörtlichen Tätern, denen man noch weitere Wohnungseinbrüche nachweisen konnte.

Was können Sie zu den Unfallzahlen 2011 sagen?
Maron: Bei nahezu unverändertem Gesamtunfallaufkommen haben wir eine Zunahme bei den Verkehrsunfällen mit Personenschaden registriert. Eine ähnliche Tendenz zeichnet sich auch bei Betrachtung der Vergleichszahlen im gesamten Land Rheinland-Pfalz ab.

Wo gibt es hier besonders unfallträchtige Streckenabschnitte/Orte?
Maron: Im Bereich Rheinbreitbach ereignen sich bereits seit Jahren auf der B42 zwischen Landesgrenze und Unkel gehäuft Wildunfälle, meist mit Wildschweinen.

Im Bereich Linz kommt es an der Einmündung Bundesstraße 42/Im Sändchen wegen der dortigen Ampel immer wieder zu Auffahrunfällen. Auf der Landesstraße 253 zwischen Kretzhaus und Rottbitze muss insbesondere in der Dämmerung und nachts mit Wildwechsel gerechnet werden. Im Jahr 2011 wurden dort elf Unfälle registriert. Im Bereich der Verbandsgemeinde Asbach erwies sich als unfallträchtig die langgezogene Kurve auf der L255 zwischen Straßen und Kreisel Wilsberg. Diese Stelle ist besonders bei Nässe gefährlich.

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