Hangelarer Piloten suchen Dialog mit Kritikern | GA-Bonn

Hangelarer Piloten suchen Dialog mit Kritikern

Fliegergemeinschaft startet Initiative "Gute Nachbarschaft"
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 Foto: Lehnberg (Montage)

Sankt Augustin. Sie gelten bei so manchem Anwohner als die bösen Buben des Flugplatzes Hangelar. Die Hobby-Motorflieger sind nicht gerne gesehen in der Luft über den Gartenterrassen des Niederbergs und Geislars, weil sie zu gut zu hören sind, zu laut für so manche Ohren.

Wenn dann der ein oder andere Pilot noch den Pfad der Platzrunde verlässt, schlagen mitunter die Wellen hoch bei den Fluglärmgegnern. Im kommenden Jahr feiert Deutschlands ältester Verkehrslandeplatz seinen 100. Geburtstag. Und das Jubiläum wollen die Flieger mit einem gemeinsamen großen Fest - und ohne Zwist - feiern.

Damit das Verhältnis zwischen Piloten und Anliegern ins Lot kommt, hat die Fliegergemeinschaft die Initiative "Gute Nachbarschaft" ins Leben gerufen, die sie am Donnerstag am Flugplatz vorstellte. "Es ist uns nicht daran gelegen, die Menschen zu belästigen. Wir wollen miteinander ins Gespräch kommen und Mittel und Wege finden, den Lärm weiter zu reduzieren", sagte Vorstandsmitglied Christian Ueberschaer.

Kernstück der Initiative ist eine neue fotografische Karte für die Piloten, die es leichter macht, die viel kritisierte Platzrunde auch einzuhalten. "Wir haben dort die sensiblen Bereiche markiert und markante Punkte eingezeichnet, die die Orientierung sehr erleichtern", sagte Vorsitzender Günter Forneck. Die alte amtliche Karte sei eigentlich unbrauchbar.

"Danach ist es nahezu unmöglich, exakt die Platzrunde zu fliegen", sagt Forneck. Das ist ohnehin nicht ganz einfach. Wer sich einmal in den Flieger setzt und sie abfliegt, erkennt schnell, dass er sehr wenig Zeit hat, richtig zu reagieren.

Vor allem platzfremde Piloten haben in den fünf bis sieben Minuten, die die Runde dauert, so ihre Probleme. "Wir haben deshalb noch einen Verhaltenskatalog mit vielen Anweisungen erstellt", sagte Forneck. Damit sei nun präziseres Fliegen möglich. 72 000 Flugbewegungen pro Jahr verzeichnet der Flugplatz Hangelar.

Rund 1 000 Flieger sind dort beheimatet, und an schönen Wochenendtagen tummeln sich laut Forneck schon mal bis zu 150 Flieger pro Tag in der Luft. Klar, dass dann Kaffeegeschirr auf dem Terrassentisch klirrt. "Allerdings wird nach jüngsten Untersuchungen an keiner Stelle der gesetzliche Grenzwert des Lärmpegels erreicht", betont Ueberschaer.

Gleichwohl, die Kritiker fanden bisher immer viel Resonanz in der Öffentlichkeit, während sich die Hobbyflieger eher leise im Hintergrund hielten. "Es wird aber zu wenig miteinander kommuniziert. Wir wollen jetzt den Dialog beginnen und die bisherige Sprachlosigkeit zwischen Anrainern und Nutzern überwinden", sagt Ueberschaer.

Die Flieger nehmen die Bürger und deren Kritik ernst. Nicht umsonst ist die Platzrunde im Laufe der Jahre immer wieder angepasst worden, so dass sie da, wo es machbar ist, über unbesiedeltes Gebiet führt.

Viele Flugzeugeigner haben überdies kostspielige Lärmdämpfungsvorrichtungen in ihre Flugzeuge einbauen lassen. Und die beiden Flugschulen haben sich freiwillig die Beschränkung auferlegt, an den Wochenenden zwischen 13 und 15 Uhr nicht zu fliegen.

"Wir wollen künftig jede nach den Umständen vermeidbare Belästigung ausschließen und so die Nerven der Nachbarn noch mehr als bisher schonen", sagt Ueberschaer. Geplant ist, das Konzept und ihre Initiative bei Bürgerversammlungen zu erläutern. Auch auf einzelne Kritiker wolle man zugehen.

"Die ein oder anderen Nachbarn haben schon signalisiert, mit uns ins Gespräch kommen zu wollen", ergänzt Forneck. Die Flieger suchten die Kooperation, nicht die Konfrontation. Einen Wermutstropfen indes gibt es doch. Eine Kontrolle der Platzrunde ist nicht möglich. "Nur an den Verkehrsflughäfen wie Köln/Bonn gibt es eine Führung", sagt Forneck.

Externer Link Weitere Informationen sowie die Karte für die Platzrunde gibt es unter www.edkb.de.

Kommentar Lesen Sie dazu auch den Kommentar " Die Flieger geben Laut"

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