Großer Andrang bei Registrierungsaktion für kranke Lehrerin

Oberpleis.  Monika Werfel, Deutsch- und Musik-Lehrerin am Oelberg-Gymnasium, ist an Leukämie erkrankt. Am Freitag organisierte die Schule eine Registrierungskation, um ihr Leben zu retten.

Wichtige Vorarbeit: In der Mensa notieren Schüler die persönlichen Angaben der potenziellen Spender und händigen die beschrifteten Röhrchen für die Blutspende aus. Foto: Frank Homann

"Das tut überhaupt nicht weh." Um den Oberarm hatte Benedikt Ruppert (18) einen Stauschlauch. Ulrike Schmitz pikste die Kanüle in die Vene und zapfte ihm fachmännisch fünf Milliliter Blut ab. "Geht es Dir gut?", fragte die gelernte Arzthelferin.

 Der Gymnasiast kennt das. Er spendet regelmäßig Blut. Am Freitag aber ließ er sich wie andere Schüler und Lehrer des Gymnasiums am Oelberg anpiksen für einen ganz besonderen Zweck. 272 Personen zwischen 17 und 55 Jahren wurden in nur zwei Stunden als Stammzellenspender registriert. Eine lange Schlange bildete sich vor der Mensa, von wo aus es von Station zu Station ging.

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Anlass war die Erkrankung von Monika Werfel. Die 48-jährige Deutsch- und Musik-Lehrerin am Oelberg-Gymnasium ist an Leukämie erkrankt. Ihre Kollegin Dorothee Walkembach, Ex-Schulleiter Klaus Breuer, Werfels Freundin Zita Sundermann und ihr Ehemann Werner Werfel bildeten einen Initiativkreis und organisierten die Aktion unter dem Motto "Hilfe für Monika und andere". Acht Arzthelferinnen und Ärzte stellten sich für den Zweck ehrenamtlich zur Verfügung. Das Ausfüllen von Unterlagen erledigten Schüler und Lehrer.

"Es ist ein schönes Gefühl, Leben retten zu können", meinte Benedikt Ruppert. "Ich will mir auch einen Organspenderausweis zulegen." Janina Dimel (18) aus Klasse zwölf kam nach der Zeugnisvergabe. Auf einer Veranstaltung der Deutschen Knochenmarkspenderdatei (DKMS) hatte sie sich zuvor informiert. "Einige Freundinnen hatten Angst wegen der Spritze. Aber sie machen alle mit. Auch meine Eltern werden sich registrieren lassen", erzählte die Uthweilerin.

Bei Sophie Vogt (17) und weiteren Schülern aus dem Deutschkursus wurden die Einverständniserklärungen ausgefüllt mit Name, Anschrift, Telefonnummer. "Zuvor haben wir eine Instruktion erhalten. Es ist toll, wie viele Leute mitmachen", sagte Sophie und blickte auf die nicht enden wollende Warteschlange vor ihr. Auch Britta Stucke wurde hier auf den Piks vorbereitet. "Ich bin eine ehemalige Schülerin", so die 29-Jährige. Mittlerweile ist sie selbst Lehrerin, studiert noch Kunstgeschichte. "Für mich war von Anfang an klar, dass ich mitmachen würde", berichtete Cornelius Boy (18): "Ich habe Musikunterricht bei Frau Werfel und ich war erschüttert, als ich von ihrer Erkrankung hörte." Sara Schmitz (18): "Wenn ich betroffen wäre, würde ich mir auch Hilfe wünschen."

An der Zwischen- und Endkontrolle überprüften Lehrer Fragebögen und die Übereinstimmung mit den Aufschriften der Blutproben sorgfältig. Lehrerin Sabine Lorek: "Die Nachricht von der plötzlichen Erkrankung meiner Kollegin hat mich erschüttert. Das ist sehr beklemmend. Aber ich bin beeindruckt von der großen Hilfsbereitschaft." Am Abend ging die Aktion von 17 bis 21 Uhr weiter.

Eine weitere Registrierungsaktion findet an diesem Sonntag von 10 bis 16 Uhr in der Aula der Grundschule in Niederdollendorf, Friedenstraße 22, statt. Von 11 bis 13 Uhr wird der Karikaturist Burkhard Mohr dort gegen eine Spende für die Deutsche Knochenmarkspenderdatei Karikaturen anfertigen.

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