Neuer Vorstoß zur Sanierung: Fünf Jahre Diskussionen ums Königswinterer Bad | GA-Bonn

Neuer Vorstoß zur Sanierung

Fünf Jahre Diskussionen ums Königswinterer Bad

KÖNIGSWINTER.  FDP-Ratsmitglied Uwe Hupke startet einen erneuten Vorstoß zur Sanierung des Hallenbades. Einen Neubau, der bisher von der Mehrheit der Politik bevorzugt wird, hält er aus Kostengründen für unvertretbar. Er bringt ein Genossenschaftsbad ins Gespräch. Der Hauptausschuss berät am 7. Mai.

Beim Nachwuchs ist das Lemmerzbad beliebt. Generationen von Kindern haben dort Schwimmen gelernt. Foto: Frank Homann

In Kürze werden von der Stadtverwaltung die Ausschreibungsunterlagen an fünf Bewerber, die ihr Interesse bekundet haben, verschickt. Die Sanierung soll nach einem Beschluss des Sportausschusses als Nebenangebot in die Ausschreibung aufgenommen werden. Das jedoch ist Hupke zu wenig.

Vor einigen Wochen hatte er seinen Ratskollegen bereits zwei nach seiner Ansicht vergleichbare Sanierungen in Mayen und Eggenstein-Leopoldshafen vorgestellt. Dort habe die Kernsanierung der alten Bäder in städtischer Eigenregie nur 4,2 beziehungsweise 4,5 Millionen Euro gekostet und sei somit deutlich preiswerter gewesen als ein Neubau, dessen Kosten in Königswinter zwischen 7,1 und 9,5 Millionen Euro - allerdings inklusive der Sanierung des Freibades - liegen sollen.

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Nun hat Hupke den Stadtrat erneut angeschrieben und über das erste deutsche Genossenschaftshallenbad in Nörten-Hardenberg informiert. Das marode Hallenbad hatte dort 2004 geschlossen werden müssen. Frank Priebe, der Vorsitzende der Genossenschaft mit 290 Mitgliedern, die das Hallenbad betreibt und unterhält, ist zugleich Bürgermeister der 8500-Einwohner-Gemeinde in Niedersachsen. Die Bürger konnten dort Genossenschaftsanteile erwerben. Neben der Genossenschaft wurde ein Förderverein gegründet, der Spenden einwirbt.

"Das Hallenbad ist weiterhin Eigentum der Gemeinde", so Hupke. Ein Sachverständiger habe dort den Sanierungsbedarf ermittelt. Die Kosten mit Einbau einer Sauna hätten sich auf 450.000 Euro belaufen. Zusätzlich seien Heizung und Lüftungsanlage durch Einbau eines Blockheizkraftwerks mit Fotovoltaikanlage für 150.000 Euro modernisiert worden. Die laufenden Kosten werden durch einen jährlichen Zuschuss der Gemeinde in Höhe von 75.000 Euro, die Eintrittsgelder und den Verkauf von Strom gedeckt. Unter kommunaler Regie lag das Defizit bei 250.000 Euro im Jahr. Die Gemeinde Nörten-Hardenberg hat sich laut Hupke bewusst gegen ein PPP-Verfahren, wie in Königswinter geplant, entschieden.

In Königswinter hat der Rat zuletzt beschlossen, das Thema wegen des gewaltigen Investitionsvolumens vom Sportausschuss in den Haupt-, Personal- und Finanzausschuss zu schieben. Dort steht das Thema am 7. Mai im nicht öffentlichen Teil der Sitzung auf der Tagesordnung. Die Verwaltung und ihre Berater haben dann Fragen der Kommunalpolitik, unter anderem zum Thema Heimfall, zu beantworten.

Seit sechs Jahren diskutieren Politik und Verwaltung über die Bäderlandschaft. Seit März 2007, als die Stadtverwaltung der Öffentlichkeit ihren Plan präsentierte, den Badebetrieb vollständig in die Hände eines privaten Unternehmens zu legen. Dabei war es nicht so, dass die Bäder in den Jahren zuvor in Königswinter kein Thema gewesen wären.

Im Mai 2005 endete in Oberpleis mit der Eröffnung des Strandgartens eine zweijährige freibadlose Zeit. Auch über die Schließung des Oberpleiser Hallenbades Ostern 2007 wurde heftig diskutiert. Verglichen mit dem, was die Stadtverwaltung mit der Präsentation eines privaten Investors vor fünf Jahren lostrat, war das aber alles gar nichts. Damals gründete sich auch die Bürgerinitiative "Rettet unsere Lemmerzbäder!", die sich gegen die Privatisierungspläne richtete. Aus ihr wurde inzwischen ein Förderverein, der sich jetzt für eine Sanierung des Hallenbades und gegen einen Neubau engagiert.

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