Kommentar: Flucht nach vorne | GA-Bonn

Kommentar

Flucht nach vorne

Beim umstrittenen Bauvorhaben Rheinpark treten Architekt und Projektträger die Flucht nach vorne an. Ziel der aktuellen Charme-Offensive sind Kommunalpolitiker, Medien und die Anwohner, die gegen das Projekt klagen.

Denn es gibt keinen schlechteren Nährboden für Kritik als fehlende Information und Transparenz. Darauf haben die Bürger bei einem Bauvorhaben dieser Größenordnung, wie es zumindest in Königswinter Seltenheitswert hat, einen Anspruch. Wenn auch kein verbrieftes Recht, solange sich das Projekt im Rahmen des vorhandenen Bebauungsplans bewegt.

Dies ist nach Aussage der Stadtverwaltung der Fall. Nach ihrer Auskunft findet auch ein Ausgleich bei den wegfallenden Retentionsflächen statt, was mit der Bezirksregierung so abgesprochen sei. Fehlt noch der von der Stadt geforderte gutachterliche Nachweis, dass die Bebauung keinen für die Anwohner nachteiligen Einfluss auf den Grundwasserspiegel hat. Nach Informationen des Projektträgers wird die Expertise bald auch diese Sorge ausräumen.

Nachdem der Bürgerprotest im März laut geworden war, hatte der Stadtrat mit knapper Mehrheit den Abschluss des Erschließungsvertrages auf Eis gelegt. Man wolle erst einmal das Ergebnis der Klage abwarten. Rein baurechtlich gibt es aber für die Verwaltung keinen Grund, nach Vorlage des noch fehlenden Gutachtens die Baugenehmigung nicht zu erteilen - trotz Klage.

Wie harmonisch sich die Bebauung später in die Umgebung einfügen wird, lässt sich seriös erst beurteilen, wenn bereits gebaut wurde. Und über Geschmack lässt sich ja streiten.

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