Raststätte Peppenhoven: Erstes Ferienwochenende ruhiger als erwartet | GA-Bonn

Raststätte Peppenhoven

Erstes Ferienwochenende ruhiger als erwartet

RHEINBACH-PEPPENHOVEN.  Die Sonne brennt, ein lauer Wind weht durch Baumkronen und Felder, entspannte Menschen picknicken im Freien. Dolce vita in Italien? So ähnlich: Raststätte Peppenhoven-West am ersten Ferienwochenende in NRW. Von Stau und Hektik erstaunlicherweise keine Spur. Wer schon mal bis hier gekommen ist, hat den Aufbruch hinter sich und ist anscheinend schon mittendrin im Urlaub vom Alltag - auch wenn er erst mal mit Verkehrs- statt Meeresrauschen vorlieb nehmen muss.
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Gepäck auf dem Heck: Nach einer Pause an der Raststätte Peppenhoven fährt das Paar im Fiat 124 Spider weiter Richtung Süden Foto: Roland Kohls

Für Leon und Jolande jedenfalls ist der Weg das Ziel: Das Paar aus Vlijmen/NL ist im Liebhaber-Cabrio, einem 36 Jahre alten Fiat 124 Spider, unterwegs nach Meran. Der urige Koffer auf dem Gepäckträger ist noch älter. Und die Reise schön lang: "Wir fahren vier Tage lang durchs Elsass und die Schweiz und übernachten unterwegs in Pensionen. Die Fahrt gehört definitiv zum Urlaub dazu - zumindest, wenn wir endlich von der Autobahn runter sind und dann nur noch Landstraße fahren", begeistert sich der 47-jährige Leon. Die sauberen deutschen Raststätten entschädigen immerhin für den stressigen Autobahnverkehr, findet seine 49-jährige Partnerin.

Mit dem Peppenhovener Rastplatz ist auch Familie Bakker aus Reddekerk bei Rotterdam sehr zufrieden. Die vierköpfige Familie mit den Töchtern Esmee (8) und Rachell (10) ist auch nach Italien unterwegs, und zwar an den Gardasee. "Die Mädchen sind ganz aufgeregt, weil wir zum ersten Mal mit unserem Motorboot in Urlaub fahren", erzählt Mutter Sandra aufgekratzt. Vater Oscar überprüft noch mal die Bootabdeckung, bevor es weitergeht. Das gute alte "fiets" transportieren derweil Berend (72) und Roelie (70) Stenveld aus Drente mit sich: Die beiden Rentner fahren schon seit 20 Jahren an die Saar und genießen die Weinberge auf ihren Rädern.

Die ein oder andere Rast gönnt Wolfgang Block-Weber (50) nicht nur sich, sondern auch Westhighland-Terrierwelpe "Abby". Glücklicherweise ist die Reise von Minden bis in seine Heimat Luxemburg in insgesamt fünf Stunden geschafft.

Noch näher am Reiseziel ist bereits Familie van de Bank aus Breda: Die Eltern und ihre drei halbwüchsigen Kinder freuen sich auf Urlaub in Cochem an der Mosel - auch wenn Matthijs (12) noch nicht ganz klar ist, was man dort wohl überhaupt unternehmen kann. Unternehmen? Im Urlaub möglichst rein gar nichts, lautet die Devise von Frank-Dieter (59) und Angelika (58) aus Essen. Der Pfarrer und die Schulleiterin waren noch bis kurz vor der Abfahrt beruflich voll eingespannt und wollen jetzt "erst mal ganz weit weg von allem".

Prädestiniert für dieses Ansinnen ist ihr Lieblings-Campingplatz in Vinaros in Spanien, wohin sie schon seit 20 Jahren reisen. "Das Tolle ist, dass es dort kaum Deutsche gibt", schmunzelt Frank-Dieter, beteuert aber gleich dazu, nichts gegen seine Landsleute zu haben, nur eben einfach mal richtig weit weg kommen zu wollen. Angelika hat ein Bücherregal im Wohnwagen gefüllt, die Fahrräder sind auf dem Gepäckträger verstaut, und so kann es losgehen.

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