Eine Farb-Offensive für Alfter

ALFTER.  Die bunte Idee des Jungschauspielers, Messdienerleiters und Alanus-Studenten Oliver Ewy.
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Grün und weiß: Das Foto zeigt einen der Stromkästen, die Oliver Ewy in Bonn schon gestaltet hat. In dem kleinen 'Vorher'-Fenster ist zu sehen, wie der Kasten vor der Aktion aussah. Foto: Privat

Sie sind grau, manchmal dreckig, langweilig. Ihrer Zweckbestimmung schadet das nicht, doch im Frühjahr sollen die ersten Stromkästen in der Gemeinde Alfter mit Graffiti-Kunstwerken verschönert werden. Diese Aktion mit Jugendlichen plant Oliver Ewy aus Witterschlick, 2007/2008 Kinderprinz seines Heimatortes und nun Architekturstudent an der Alanus Hochschule.

"Eine tolle Idee", fand Bürgermeister Rolf Schumacher und hat in einem ersten Schritt 25 von insgesamt 145 Stromkästen für das Projekt freigegeben. Es soll aber nicht nur wild drauflos gesprüht werden. Oliver Ewy (19) will das Projekt professionell aufziehen und zunächst in Workshops Grundzüge der Spraykunst vermitteln.

"Alle Kästen werden nach dem gleichen Prinzip gestaltet", erläutert er. "Auf die Front kommt jeweils ein Symbol oder Bild, das die Umgebung widerspiegelt." Steht der Kasten vor einem Café, könnte beispielsweise eine Kaffeetasse ein gutes Motiv sein; in der Nähe des Bahnhofs würde das Thema Verkehr passen; unweit einer Kirche wäre ein religiöses Symbol angebracht.

Für Oliver Ewy, schon als Kind hat er gern gezeichnet, geht es aber nicht nur um eine künstlerische Aktivität, sondern auch um Jugendarbeit in Alfter. Sein Ziel ist es, Jugendliche wegzuholen "von den unnötigen Aufenthalten auf den Straßen", weg vom Bier trinken auf dem Spielplatz. Stattdessen soll sein "Spray Camp" ein Forum für künstlerische Entfaltung und gemeinschaftliches Tun bieten, das den Teilnehmern auch Anerkennung einbringt.

Spraykunst ist unter Jugendlichen sehr angesehen, weiß Oliver Ewy. Der 19-Jährige selbst ist am Jungen Theater, am Theater Bonn und als Messdienerleiter in der Pfarre Sankt Lambertus Witterschlick aktiv, seine Aktivitäten als Musiker ruhen zurzeit.

Mit einer Gruppe von Alanus Studenten hat er sich im Oktober an einer Sprayaktion in Bonn beteiligt - als die Stadt ihre Stromkästen zum Fest der Deutschen Einheit herausgeputzt haben wollte. Nun also Alfter. Der Gemeinde sollen dadurch keine Kosten entstehen. Für einen Teil der Ausgaben, wie Spraydosen, Schutzanzüge und Atemschutzmasken, hat er einen Sponsor gefunden: Ingo Banditt aus Witterschlick.

Der Sachverständige in Genehmigungsverfahren im Bereich Abfall erbat allerdings, nur umweltschonende Farben zu verwenden. Hundert entsprechende Spraydosen hat Oliver Ewy inzwischen bestellt, jetzt will er unter Jugendlichen für sein Projekt werben. In allen Jugendeinrichtungen sollen Flyer ausgelegt werden, die Aktion bekommt eine eigene Homepage. Im Februar sollen die Workshops starten, Ende März, Anfang April wird dann gesprayt.

Wer an den Workshops nicht teilnehmen möchte, kann sich anderweitig engagieren: Geplant ist ein Wettbewerb. Jeder Jugendliche kann ein Bild einschicken, das ihn mit Alfter verbindet. Die zwei besten Entwürfe werden als Schablone umgesetzt und auf eine Strombox gesprayt. Wo der Workshop stattfinden wird, weiß Oliver Ewy noch nicht.

Aber weitere Sponsoren, die das Projekt unterstützen, und Jugendliche, die mitmachen wollen, können sich schon jetzt bei Ewy melden: Unter mail@spraycamp.org.

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