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Die "Europäer von morgen" treffen die Zeitzeugen von 1932
<b>Die polnischen </b>Schülerinnen und Schüler am Ende ihres Aufenthalts im Haus Schlesien mit der Seminarleiterin Petra Meßbacher (r.). Foto: Frank Homann
Heisterbacherrott.(hoh) Vielfach weilten in der Vergangenheit polnische Germanistik-Studenten bei den traditionellen Studienseminaren "Schlesische Begegnungen" im Haus Schlesien. Eine Premiere war jetzt jedoch der Besuch von 45 Jugendlichen aus den niederschlesischen Städten Jawór (früher Jauer) und Zlotoryja (früher Goldberg).
Die 15- bis 18-jährigen Gymnasiasten lernen an ihren Schulen in jeder Woche fünf Stunden mit einem wahren Feuereifer Deutsch. Überdies interessieren sie sich stark für die deutsche und europäische Politik.
Die jungen Polen fiebern der EU-Osterweiterung entgegen und bereiten sich intensiv auf die neue Situation vor. "Wer die Sprache seiner Nachbarn spricht und ihre Lebensweise kennt, der kann sie auch verstehen." Das haben die Schüler längst erkannt. Sie fühlen sich jetzt schon als "Europäer von morgen" und arbeiten fleißig daran, um diesem Anspruch gerecht zu werden.
Referate zur EU-Osterweiterung und historischen Betrachtungen zur deutsch-polnischen Nachbarschaft standen ebenso auf dem Programm wie der Besuch des Konrad-Adenauer-Gymnasiums in Bonn, bei dem sie zumindest für ein paar Stunden in den deutschen Schulalltag hineinschnuppern konnten.
Unter dem Titel "Jahrgang 1982 trifft Jahrgang 1932" führten die Gäste Gespräche mit Zeitzeugen, die während und nach dem Zweiten Weltkrieg aus ihrer schlesischen Heimat fliehen mussten.
Ganz besonders herzlich begrüßte Reinhard Blaschke die Schüler. Der Präsident des Vereins Haus Schlesien wurde in der Nähe von Jauer geboren und ist auch Ehrenbürger der niederschlesischen Kreisstadt. Geschäftsführerin Petra Meßbacher, die für Organisation und Durchführung der Seminare zuständig ist, war begeistert von den hervorragenden deutschen Sprachkenntnissen und der Offenheit der Gäste. Sie hofft, dass auch in diesem Jahr die wichtigen Begegnungen trotz der angespannten Haushaltslage des Bundes weiter stattfinden können.
Im Haus Schlesien ist man nach ihren Worten jedenfalls bestens für die Erweiterung der EU gerüstet.
Artikel vom 19.02.2003
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