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Bad Honnef
Der zehnte Aalkönig heißt Theo Waigel
Von Claudia Sülzen
BAD HONNEF. Dem einen wurde als Chef der Euro-Gruppe der Beiname "Mister Euro" verliehen, der andere stand Pate bei der Namensgebung der europäischen Währung: Wenn am Samstag, 6. Oktober, der zehnte Aalkönig gekrönt wird, treffen sich im Kurhaus zwei Männer, die sich in den unruhigen Gewässern der Finanzwelt bestens auskennen.
Dass der amtierende Aalkönig Jean-Claude Juncker, luxemburgischer Premier, und sein Nachfolger auch Freunde sind, kommt den Aalkönigsmachern zupass: Juncker selbst wird die Laudatio auf seinen Nachfolger halten. Und der heißt Theo Waigel.
Vor der Kulisse des Aalschokkers Aranka verkündeten das am Donnerstag Staatssekretär a.D. Friedhelm Ost, Vorsitzender des Aalkönigs-Komitees, sowie Susanne Guski-Leinwand, Manfred Speck, Heinz Warneke und Stefan Vesper. Vesper, Generalsekretär des Zentralkomitees der deutschen Katholiken, ist eines von zwei Neu-Mitgliedern im Komitee.
Neben ihm treten der Wirtschaftsprüfer und Rhöndorfer Bürger Rüdiger Fuchs als zweites Neu-Mitglied sowie Günther Raths, Fabian Ost und Michael Holmer Gerdes mit dafür ein, dass das Komitee, das jüngst durch den Tod von Helmut Kloss einen großen Verlust erlitten hat, weiter so segensreich wirken kann wie bisher.
Dazu gehört zum einen der Erhalt des Wahrzeichens Aranka, zum anderen die Unterstützung vor allem von Jugend-Projekten, in die seit 2003 schon 160.000 Euro geflossen sind. "Ohne Unternehmen, die unser soziales Engagement unterstützen, würden wir unsere Ziele nicht erreichen", machte Ost klar, dass die Krönungsfeier kein Selbstzweck ist: Sie dient der Hilfe für soziale Projekte.
Mit dem Ehrenvorsitzenden der CSU, der einstimmig nominiert wurde, sei dem Komitee erneut ein großer Fang gelungen. Der 1939 geborene Waigel ist ein politisches Schwergewicht. Von 1972 bis 2002 war er Mitglied des Deutschen Bundestages, von 1989 bis 1998 Bundesfinanzminister.
Juncker und er waren maßgeblich an den Verhandlungen über eine Europäische Wirtschafts- und Währungsunion beteiligt. Die Bezeichnung Euro geht auf Waigels Vorschlag zurück, erinnerte Ost. Von 1988 bis 1999 war Waigel Parteichef der CSU.
Heute ist er als Rechtsanwalt und Berater in der Privatwirtschaft tätig. Zudem steht er dem NS-Dokumentationszentrum München vor. "Theo Waigel ist ein durch und durch europäischer Bayer", und in den "schwierigen und fallenreichen Flüssen und Gewässern Europas" großes Geschick bewiesen, er habe "natürliche Auorität" und "persönliches Charisma", so Ost.
Artikel vom 01.06.2012
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