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Steffi-Türsteher schwer belastet
Das Opfer will den Schläger erkannt haben
Von Benjamin Jeschor
SIEGBURG . Mithilfe eines sozialen Netzwerks im Internet hat sich ein Auszubildender auf die Suche nach dem Namen des Türstehers gemacht, der ihn in der ehemaligen Siegburger Disco Steffi zusammengeschlagen und bewusstlos getreten hatte. Und die Suche war seiner Meinung nach erfolgreich.
Am Donnerstag belastete der 19-Jährige den auf der Anklagebank vor der Schwurgerichtskammer sitzenden Türsteher schwer. Der Zeuge war sicher, dass der 34-jährige Kölner der Mann ist, der ihm am frühen Morgen des 6. Februar 2011 unter anderem durch mehrere Schläge aufs linke Ohr ein geplatztes Trommelfell zugefügt hatte.
Der gelernte Kfz-Mechaniker muss sich, wie berichtet, neben diesem als versuchten Totschlag angeklagten Fall für mehrere gefährliche Körperverletzungen zwischen Mai 2010 und März 2011 verantworten, die er als Türsteher der Disco begangen haben soll.
Laut dem zur Tatzeit noch 17 Jahre alten Zeugen hatte es damals zunächst im Steffi eine Auseinandersetzung mit einem anderen Gast gegeben, als er gerade gehen wollte. Daraufhin sei er von einem ihm bekannten Türsteher nach draußen geführt worden, wo er auf seine Freunde gewartet habe.
Dann soll der 34-Jährige gekommen und mit ihm um eine Ecke gegangen sein. Dort habe der Türsteher immer wieder gefragt, was los sei - und ihm dann jedes Mal eine Ohrfeige verpasst, wenn er antworten wollte. Schließlich hatte der Azubi laut eigenen Angaben das Gleichgewicht verloren und war hingefallen.
In diesem Moment habe der Angeklagte ihm ins Gesicht getreten. "Ab da weiß ich nichts mehr", so der 19-Jährige. Er sei erst wieder zu sich gekommen, als sein Onkel an ihm gerüttelt habe. Danach sei er ins Krankenhaus gebracht worden.
Der beschuldigte Türsteher hat bislang stets bestritten, der gesuchte Schläger zu sein. Doch das Opfer hält eine Verwechslung - angeblich hat ein Zeuge bei der Polizei ausgesagt, dass ein anderer Türsteher der Täter gewesen sei - für ausgeschlossen. Den Namen habe er dann über Facebook herausgefunden: Er sei auf die Internetseite des mit ihm befreundeten Türstehers gegangen, der ihn an jenem Tag aus der Disco gebracht hatte, und habe auf den dortigen Fotos unter anderem den Angeklagten erkannt.
Daraufhin habe er das Foto an zwei Freunde geschickt und gefragt, ob sie den Namen des Mannes kennen. Ein Freund habe mit der Sache nichts zu tun haben wollen. Der andere habe ihm den Namen des 34-Jährigen genannt. Mit dem ausgedruckten Foto und dem Namen war die Mutter des Auszubildenden zur Polizei gegangen und hatte Anzeige erstattet. Der Prozess wird fortgesetzt.
Artikel vom 11.05.2012
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