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Brückenbauer zwischen Deutschen und Polen
Alfons Nossol, Erzbischof von Oppeln, berichtet im Haus Schlesien von seiner Arbeit
Heisterbacherrott. (oro) Vor 25 Jahren zelebrierte er gemeinsam mit Papst Johannes Paul II. auf dem Annaberg, dem wichtigsten Wallfahrtsort Oberschlesiens, einen Gottesdienst. Eine Million Gläubige eilte herbei.
Damals war Professor Alfons Nossol Bischof der Diözese Oppeln. 1999 verlieh ihm der Papst wegen seiner großen Verdienste den Ehrentitel Erzbischof.
Zwei Jahre zuvor war dem Oberschlesier, der seit der Wende wieder regelmäßige Gottesdienste in deutscher Sprache auf dem Annaberg einführte, der Augsburger Friedenspreis als Anerkennung für sein Wirken um ein tolerantes Miteinander der Kulturen und Religionen verehrt worden. 1988 hatte er Helmut Kohl zu einem privaten Gottesdienst auf den Annaberg eingeladen.
Im Jahr darauf hielt er in Anwesenheit des Bundeskanzlers und des polnischen Ministerpräsidenten Tadeusz Mazowiecki auf dem Moltke-Gut Kreisau eine Messe. Prominent genug also, um den Geistlichen ins Haus Schlesien zum seit Jahren gepflegten "Prominentengespräch" einzuladen.
Der frühere Chefredakteur Joachim Sobotta interviewte Prof. Nossol über Schlesiens Gegenwart und Zukunft in Europa, fragte, wie es um die Verständigung, ja Aussöhnung zwischen Polen und Deutschland stehe. Der 76-Jährige wirkt als Professor der Theologie an den Universitäten Lublin, Mainz und Oppeln und gehört dem päpstlichen Einheitsrat an.
Er gilt als Brückenbauer zwischen der deutschen Minderheit in Polen und den Regierungen beider Länder. Er sprach über seine Versöhnungsarbeit, über Sprache, Schulen und Universitäten.
Sein Fazit: Die Sprache des Herzens, der Liebe verbinde und werde die Aussöhnung mit der Vergangenheit erreichen.
Erzbischof Nossol, der 1932 als Bauernsohn in Broschütz in Oberschlesien geboren worden war, besuchte zunächst eine deutsche Schule, wurde nach 1945 auf Polnisch unterrichtet. Er trat ins Priesterseminar in Neiße ein und wurde 1957 zum Priester geweiht.
Nossol nutzte die Gelegenheit zu einem Kurzurlaub im Haus Schlesien, verzichtete nach einer anstrengenden Anreise auf Ausflüge, die vorbereitet worden waren. Eigentlich hatten Reinhard Blaschek, der Präsident von Haus Schlesien, und Geschäftsführer Heinz Stirken einen Besuch von Maria Laach und die Teilnahme an einem Gottesdienst im Quirinus-Münster in Neuss organisiert.
Stattdessen entspannte Erzbischof Nossol lieber. Sein strammer Terminkalender sah unmittelbar nach der Ankunft bereits wieder das Halten einer Messe in der Kathedrale von Oppeln vor.
Artikel vom 26.11.2008
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