Asbest in Mehrzweckhalle Oedekoven gefunden | GA-Bonn

Asbest in Mehrzweckhalle Oedekoven gefunden

Von Grundschule genutztes Gebäude ist mit diversen Schadstoffen belastet
Bild 1 von 2

 Foto: Wolfgang Henry

Alfter-Oedekoven. Die Fachingenieure versuchen es nicht zu beschönigen: Der Zustand der Oedekovener Mehrzweckhalle ist ein "wirtschaftlicher Totalschaden". So steht es in der Vorlage zur gemeinsamen Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses mit dem Schulausschuss der Gemeinde Alfter, deren Mitglieder sich am Donnerstag mit der Halle beschäftigen.

Konkret geht es um das Obergeschoss der Halle, die bis vergangenes Jahr von der Grundschule genutzt wurde. Zuletzt standen einige Räume der Halle der Offenen Ganztagsschule zur Verfügung.

Nachdem Baubiologe Frank Mehlis im Dezember Schimmel in den von der Grundschule genutzten Räumen im Obergeschoss festgestellt hatte, holte die Gemeinde weitere Gutachten ein. Der TÜV Rheinland zog die Güte der Statik in Zweifel. Darüber hinaus fand ein anderer Gutachter ein Bündel weiterer Schadstoffe, mit denen das in den 60er Jahren erbaute Gebäude belastet sei.

"Wir hatten keine Ahnung, dass sich die Mehrzweckhalle in einem so desolaten Zustand befindet", sagte die Alfterer Bürgermeisterin Bärbel Steinkemper. Denn die Mängelliste ist lang: Das Gebäude ist mit Zementfaserplatten, Mineralwolle mit Asbest, Spanplatten mit Formaldehyd, PCB, PCP und daraus entstehenden Chloranisolen belastet.

Bei einer Sanierung müssten die Wandverkleidungen innen und außen, die Deckenverschalung und der Fußbodenaufbau komplett ausgebaut werden. Es bliebe ein Gerippe der mit Holzschutzmitteln belasteten Holzständerkonstruktion zurück, die zu Geruchsemissionen führen würde. Eine dichte Innenverkleidung müsste bei einer Sanierung den Austritt der Gerüche verhindern.

"Jede kleinste Verletzung dieser Haut kann eine erneute Geruchsbelastung hervorrufen", warnt die Verwaltung. Außerdem sei zu befürchten, dass bei der Demontage der Fassadenplatten die Holzkonstruktion beschädigt wird, so ein Gutachter.

Dennoch schlägt die Verwaltung neben der Neuerrichtung der Obergeschosse auch eine Sanierung durch einen privaten Investor vor. "Ein Unternehmen mit Handwerkern hat ganz andere Möglichkeiten als die Gemeinde", meint Bürgermeisterin Steinkemper.

Ein privater Investor ist bereits auf die Verwaltung zugekommen und hat vorgeschlagen, die Obergeschosse zu erwerben, zu sanieren und anschließend der Gemeinde zu vermieten. Das wäre zwar kompliziert, da nur ein Teil des Gebäudes veräußert werden soll, aber möglich, so die Bürgermeisterin.

Die Kosten für Abriss und Neuerrichtung des Obergeschosses werden auf 380 000 Euro geschätzt. Die Miete wird 10,50 Euro pro Quadratmeter und Monat betragen. Die Finanzierung und Abschreibung der Neuerrichtung kostet die Gemeinde dagegen 12,50 Euro. Die Bürgermeisterin erklärte, für beide vorgeschlagenen Lösungen offen zu sein. "Es gibt den Wunsch des Rates, dass wir immer auch privates Engagement prüfen", so Steinkemper.

Die Mehrzweckhalle Oedekoven ist Thema der gemeinsamen Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses mit dem Schulausschuss. Die öffentliche Sitzung im Ratssaal des Oedekovener Rathauses am Donnerstag, 23. Oktober, beginnt um 18 Uhr.

Abo-Bestellung

Anzeigen

Anzeige

Leserfavoriten

Folgen Sie uns auf Google+

Umfrage

Das deutsch-deutsche Traumfinale ist perfekt. Bleibt nur die Frage: München oder Dortmund?

Bayern München
Borussia Dortmund