Klimapate des Jahres: Antonius Lantzerath erhielt Energie-Preis für Fachwerkhaus | GA-Bonn

Klimapate des Jahres

Antonius Lantzerath erhielt Energie-Preis für Fachwerkhaus

RHEIN-SIEG-KREIS.  So ein alter Fachwerkhof kann ein Juwel sein, allein architektonisch. Wenn aber die Bausubstanz schlecht ist und der Denkmalschutz einen Umbau erschwert, kann er auch zur Bürde werden. Antonius Lantzerath hat Probleme wie diese elegant gelöst und das Bauernhaus nach energetischen Gesichtspunkten saniert.
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Ihren alten Fachwerkhof haben Antonius und Jana Lantzerath energetisch saniert. Foto: Fuss

Dafür wurde er mit seiner Frau Jana zum Klima-Paten des Jahren gekürt. Die Projektgruppe "Erneuerbare Energien/Energieeffizienz", die dem ILEK (Integriertes Ländliches Entwicklungskonzept) zugeordnet ist, hat diese Auszeichnung nun zum dritten Mal im linksrheinischen Rhein-Sieg-Kreis vergeben.

Den Preis erhalten Bürger, die ein innovatives Klimaschutz-Projekt vorweisen können. Als Sprecher der Jury würdigte Volker Ludwig den Straßfelder Garten- und Landschaftsbauer Lantzerath: "Er war aufgeschlossen für moderne technische Lösungen - und hat damit den nur scheinbaren Gegensatz zwischen Tradition und Moderne aufgelöst."

Gerade bei denkmalgeschützten Fachwerkhäusern gilt die energetische Sanierung als schwierig, zumal die Fassade nicht verändert werden darf. Lantzerath setzte auf eine Innendämmung mit Wandflächenheizung und baute eine Wärmepumpe ein.

Zudem ließ er einen Kaminofen mit Wassertasche bauen, die mit dem Heizungsrohrsystem verbunden ist. Der Ofen wird mit nicht mehr benötigtem Holz aus dem eigenen Garten- und Landschaftsbaubetrieb gefüttert.

Ludwig würdigte dieses System als vorbildlich für andere Altbaubesitzer. "Die Umsetzung war ziemlich kompliziert", bestätigte Lantzerath, der das 200 Quadratmeter große Haus mit seiner Frau und zwei Kindern bewohnt. Doch letztlich habe sich die anderthalbjährige Umbauzeit gelohnt.

Der Preis besteht aus einer Urkunde und einem Wanderpokal in Form eines hohen Zylinders. Der wird jedes Mal ein Stückchen mit einem Rohstoff aufgefüllt, der für den Preisträger steht. Bei Lanzerath war es Lehm, weil er bei seinem Umbau Lehmziegel einsetzte. Die Ernennung des neuen Klimapaten findet immer beim letzten Preisträger statt, der auf diese Weise noch einmal sein ausgezeichnete Objekt zeigen kann.

So richteten diesmal Hartmut und Gabriele Kircher die Feierstunde an ihrem Passivhaus in Morenhoven aus. In dem Neubau steckt so ziemlich alles, was heutzutage auf dem Gebiet der erneuerbaren Energien und Energieeffizienz machbar ist: Von der starken Dämmung über die Nutzung von Photovoltaik und Solarthermie bis hin zu einem ausgeklügelten Lüftungssystem.

"Dieses Haus ist visionär. So werden die Neubauten der Zukunft aussehen", sagte der Swisttaler Vizebürgermeister Manfred Lütz, der die ILEK-Gruppe lobte. Die Zusammenarbeit mit der Gemeinde habe sich als fruchtbar erwiesen. "Wir kommen gar nicht umhin, mit so einer Initiative zu arbeiten."

Es gehe darum, am Beispiel privater Projekte für erneuerbare Energien und Energieeffizienz zu werben, sagte Hermann Schlagheck, Sprecher der Gruppe. Diese hat sich seit ihrer Gründung vor fünf Jahren zu einem Netzwerk entwickelt, in dem sich die sechs linksrheinischen Kreiskommunen, engagierte Bürger und Unternehmen regelmäßig austauschen und zum Beispiel Beratungsangebote vermitteln.

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