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Nach Mai-Unwetter
800.000 Euro Hagel-Schaden für Landwirte im Vorgebirge
Von Marie Antoinette Jaschinski
RHEIN-SIEG-KREIS. Die Landwirte im Vorgebirge müssen die Folgen des schweren Mai-Unwetters selbst tragen. 800.000 Euro beträgt der Schaden durch den Ausfall im Obst- und Gemüseanbau.
Auf den Feldern an der Kreisstraße 12n scheint die Welt wieder in Ordnung zu sein: Erste Salatköpfe wachsen dort wieder. Nichts mehr deutet auf das schwere Hagelunwetter hin, das am 21. Mai auf Oedekoven, Gielsdorf und Alfter sowie auf Teile Bonns niederging.
Die Folgen für Gemüseanbau- und Zierpflanzenbetriebe, für Obstplantagen und Baumschulen waren verheerend. Zuckerrübenfelder wurden überflutet, Früchte zerstört.
Das ganze Ausmaß des Schadens kann der Vizepräsident des Provinzialverbandes Rheinischer Obst- und Gemüsebauern, Andreas Mager, inzwischen ziemlich genau beziffern: 800.000 Euro. So hoch schätzt der Impekovener, der als Obstplantagenbesitzer selbst betroffen ist, den Ausfall im Obst- und Gemüseanbau. Die geschädigte Fläche umfasse insgesamt etwa 80 Hektar.
Schwer zu taxieren ist der Schaden derzeit noch bei den Zierpflanzenbetrieben. "Die Pflanzen treiben zum größten Teil noch aus, daher ist es momentan schwierig zu sagen, wie hoch der Ausfall letztendlich sein wird", erklärte Rainer Pinsdorf, der einen Zierpflanzenbetrieb in Alfter betreibt.
Auf etwa drei Hektar seiner Anbauflächen wurden Geranien, Bartnelken und Sonnenblumen komplett zerstört. "Zum größten Teil standen nur noch die Gerippe da. Blätter und Blüten wurden vollständig abgerissen", berichtet Pinsdorf, der auch Vorsitzender der Alfterer Ortsstelle der Kreisbauernschaft ist.
Die schwer beschädigten Kulturen waren verloren, die Felder mussten nach dem Unwetter umgepflügt werden. Nach etwa zehn Tagen konnten neue Pflanzen gesetzt werden. Bis zur Ernte dauert es allerdings noch einige Wochen. Der Zierpflanzenzüchter hofft, dass der Schaden bei Kulturen, die jetzt erst treiben, wie Löwenmäulchen und Chrysanthemen, geringer bleibt.
Einen Ernte-Totalausfall hatte Landwirt Herbert Klein zu beklagen. Salat und Kohl, angebaut auf dem Gebiet zwischen Dransdorfer Straße und K 12n, waren von den Hagelkörnern regelrecht zerschlagen worden. Ungeheure Niederschlagsmengen hatten die Felder bis zu 20 Zentimeter hoch bedeckt. Zehn Hektar der Kleinschen Anbaufläche waren betroffen.
Nicht ganz so große Schäden hat Andreas Mager zu verzeichnen. Zwar wurden auf etwa fünf Hektar Äpfel und Birnen des Obsthofes in Impekoven von den teils tischtennisballgroßen Hagelkörnern getroffen, doch konnte viel gerettet werden. "Die Hälfte der Äpfel muss nach der Blüte sowieso runtergepflückt werden, weil es sonst zu hohe Qualitätseinbußen gibt.
Und da haben wir natürlich hauptsächlich die stark geschädigten Früchte entfernt", sagte Mager. Dennoch sieht er sich gezwungen, auch die übrigen Früchte preiswerter anzubieten. "Der erste von insgesamt drei Sätzen des Gemüseanbaus hat einen hundertprozentigen Schaden erlitten, das hat die Landwirte ein Drittel Jahresumsatz gekostet", so der Vizepräsident des Provinzialverbandes.
Keine staatlichen Beihilfen
Jörg Köhler, Berater für Gemüsebaubetriebe der Landwirtschaftskammer NRW, betont, dass das Hagelunwetter ein sehr lokales Ereignis gewesen sei. Die Geschädigten hätten einen Einnahmeverlust von etwa sechs Wochen bei gleichbleibenden Kosten zu verzeichnen. "Das ist schon sehr schwer für die Landwirte", sagt Köhler.
Staatliche Beihilfen gibt es in einem solchen Fall nicht. "Die meisten Geschädigten sind vermutlich gezwungen an ihre Rücklagen zu gehen." Eine Unterstützung sei lediglich als Bankkredit möglich. Bei keinem der Landwirte sei jedoch die Existenz wirklich bedroht. "Ab Juli werden wir bis in den Oktober hinein wieder eine normale Ernte haben", hofft Jörg Köhler.
Artikel vom 21.06.2012
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