Siegburger Michaelsberg: "178 Stufen dem Himmel näher" | GA-Bonn

Siegburger Michaelsberg

"178 Stufen dem Himmel näher"

SIEGBURG.  Wenn Frater Linus den Turm der Abtei öffnet, nutzen viele die Chance auf eine tolle Aussicht. Schmal ist sie, die hölzerne Wendeltreppe, die auf den Turm der Abtei auf dem Michaelsberg führt. 178 Stufen gilt es zu bewältigen, ohne Pause in gemäßigtem Tempo ist das in knapp vier Minuten zu schaffen.

Siegburg von ganz oben: Jürgen Pfeiffer (39) genießt die Aussicht vom Abteiturm. Foto: Ingo Eisner

Wer - vielleicht - etwas abgekämpft oben ankommt, wird für seine Mühen belohnt: Auf einer Höhe von etwa 130 Meter über NN, gut 50 Meter über der Stadt Siegburg, bietet der Turm einen beeindruckenden Rundblick in alle Himmelsrichtungen. "Bei gutem Wetter kann man die Spitzen des Kölner Doms erkennen", sagte Frater Linus, der den sonst für die Öffentlichkeit nicht zugänglichen Trakt am Wochenende für Besucher geöffnet hat.

Er selbst schaut gerne in nördliche Richtung, über das Siegwerk hinweg. "Die Flugzeuge, die die Landebahn in Köln-Bonn ansteuern, sind hier oben genau auf Augenhöhe. Ein beeindruckender Anblick."

Einer der etwas mehr als 100 Besucher auf dem Turm war Jürgen Pfeiffer, ein "alter Hase", was die Turmbesteigung betrifft. "Ich war bestimmt schon mehr als 20 Mal hier oben, der Ausblick ist einfach immer wieder atemberaubend", so der 39-Jährige. Stets weht dort oben, auch wenn im Tal die "Luft steht", ein leichter Wind, die Mauer, die oben den Turm umschließt, ist gerade hoch genug, um auch denen, die nicht so gerne in die Tiefe gucken, Sicherheit zu vermitteln.

"Neben unseren sieben Glocken ist in dem Turm noch allerlei anderes untergebracht", verrät Frater Linus. Manchmal stehe daher die sonst abgeschlossene Tür zum barocken Bauwerk aus dem 17. Jahrhundert offen, auch wenn kein Besuchertag ist. Frater Linus: "Dann steht aber auch immer eine dunkle Limousine mit staatlichem Kennzeichen im Hof." Das nächste Mal "178 Stufen dem Himmel näher sein" können Interessierte am Sonntag, 29. Juli, am Tag der offenen Tür.

"Besucher können sich dann die Räumlichkeiten anschauen", sagte Linus. Mehr gibt es kaum noch in der Abtei, die der junge Mann zur Zeit "abwickelt". "Daher mein Hinweis an Einbrecher, die gerade erst wieder hier eingestiegen sind: Es lohnt sich nicht."

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