Kloster Heisterbach: Serenaden zum Jubiläum | GA-Bonn

Kloster Heisterbach

Serenaden zum Jubiläum

Königswinter.  Doppeljubiläum zur jüngsten "Klassik in der Scheune"-Soiree: Vor zehn Jahren trat das aus Mitgliedern des Beethoven Orchesters bestehende "Ensemble van Beethoven" erstmals in der Zehntscheune des ehemaligen Klosters Heisterbach auf.

Vor 20 Jahren hatte Wolfgang Lehnert (aus der ersten Violine) sein "Ensemble Concertino Bonn" gegründet, das sich später dann Beethoven als Namenspatron gewählt hat.

Neben dessen Werken - häufig in autorisierten Fassungen - steht Beethoven-Verwandtes, von Zeitgenossen wie Ferdinand Ries ebenso auf dem Programm wie die Reflexion durch die klassische Moderne.

Die "Geburtstagsserenade", so das Motto des Jubiläumskonzerts, ließ Lehnert mit einem kleinen "Täuschungsmanöver" beginnen, dessen sich nicht nur Musik-Verleger früher bedienten, indem sie Werke Unbekannter unter einem bekannten Namen veröffentlichten: Das populäre Andante cantabile aus dem Streichquartett op. 3 Nr. 5 wurde ursprünglich Joseph Haydn zugeschrieben, stammt wohl aber von Roman Hofstetter. Hingehauchtes Con-sordino-Spiel am ersten Pult mit zarter Pizzicato-Begleitung.

Hauptwerk allerdings war die D-Dur-Serenade von Johannes Brahms. Später ausgesetzt für großes Orchester, war deren Urfassung für Nonett-Besetzung konzipiert, welche mit ihrem teilweise böhmischem Einschlag durch betontes Holz deutlich musikantischer wirkt.

Leichter und heller begann der zweite Teil mit der Italienischen Serenade von Hugo Wolf. Dessen Lehrer, Robert Fuchs, war mit seiner D-Dur-Sonate op. 9 Nr. 1 vertreten, die echte Ohrwurmqualitäten besitzt. Mit Jean Françaixs geistreicher Serenade für kleines Orchester schließlich war - in gemäßigter Form - die Moderne erreicht.

Bestens disponiert zeigte sich das Ensemble van Beethoven bei alledem und spendierte als Zugabe - klassisch arrangiert - noch Glenn Millers "Moonlight Serenade".

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