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Frauenmuseum Bonn
Rund 40 Künstlerinnen widmen sich der Natur
Von Christina zu Mecklenburg
BONN. Kuckucksrufe, Vogelarien, Bienensurren, Duftströme von Torf und Wildkräutern begrüßen den Besucher an der Schwelle zur Beletage des Bonner Frauenmuseums. Und schon geht es in ein kreisartig verschlungenes Wegenetz, das durch ein Eldorado an grünen Inseln, blühenden Oasen, durch meditative Grotten und traumverlorene Lauben führt.
Rund 40 Künstlerinnen und die Künstler Kurt Delander und Ralf Mohr zelebrieren mit ihren Installationen einen komplexen Kunstklassiker, der gemäß den Grundgesetzen der Natur "dynamisches Wachstum durch kontinuierliche Ergänzungen veranschaulicht" (Kuratorin Marianne Pitzen). Das Motto dieses lebendigen Panoptikum: "Unsere Verwandten: Pflanzen & Tiere"; das Abenteuerareal bildet das Herzstück der dreiteiligen Megasuite "Das grüne Haus".
Ungetrübtes Garten- oder Schreberglück hier, lauschige Waldszenen, prickelnde Moor- und Sumpflandschaften dort: Szenerien, die den Einklang mit dem Schalten und Walten von Lehrmeisterin Natur heraufbeschwören. Zu bestaunen ist ferner eine frappierende Artenvielfalt, die von mikrokosmischen Kreaturen bis zu den gewaltigen, engerlingbleichen Insektenmonstern von Bildhauerin Karin Waldmann oder dem beklemmenden Affengefängnis der kritischen Forscherin Ina Zeuch reicht.
Fantastische Einblicke in maritime Unterwasserwelten vermitteln Judith Breuers Schaukästen. Kurt Delander lotet den weiten Wirkungskreis von Frühjahrspatronin St. Gertrudis aus. In einem Kabinettarchiv hortet Deva Wolfram alchemistischen Wildkräuter. In einem anderen Winkel verborgen sind mythische Recherchen (Julitta Franke) und die poetisch-wissenschaftliche Gartenabstraktion der Iranerin Homa Emami.
Der Aspekt der Vergänglichkeit erreicht in der betörenden, von Gemälden abgeleiteten Filmpoesie der Belgierin Lieve Vanderschaeve einen Höhepunkt. Und immer wieder auch gibt es kritische Untertöne zu den Schwerpunkten Natur und Künstlichkeit.
Frauenmuseum, Bonn, Im Krausfeld 10, bis 19. August. Di - Sa 14 bis 18 Uhr, So 11 bis 18 Uhr.
Artikel vom 08.05.2012
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