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Bonner Kabarettist
Rainer Pause feiert seinen 65. Geburtstag
Von Heinz Dietl
Bonn. Er gehört eigentlich zur Generation "Traue keinem über 30". Jetzt hat er mehr als das Doppelte an Jahren erreicht. Die magische 65, ein Grund zum Feiern. Oder eher ein Anlass, die Flucht zu ergreifen? Und sei es nur für den Ehrentag selbst.
Rainer Pause in seiner Paraderolle als Fritz Litzmann. Foto: Holger Arndt
Nein, für Ausweichmanöver hat Rainer Pause zurzeit definitiv - keine Zeit. Termine, Termine. Und nochmals Termine. "Ich übe Berufe aus, die einfach kein Ende nehmen", sagt der Bonner Kabarettist, Schauspieler, Regisseur und Moderator. In Köln dreht er einen Film mit Roger Willemsen, in München betreut er eine TV-Sendung des Kollegen Helmut Schleich.
Und in Bonn stehen, neben dem ganz normalen Bühnenbetrieb seines Theaters Pantheon, einige Feierlichkeiten ins Haus, die einer besonderen Logistik bedürfen: In der kommenden Woche, am Dienstag und Mittwoch, findet in der Oper eine Gala statt. Gastgeber Pause erwartet gestandene Kabarettisten und Musiker: Konstantin Wecker, Hagen Rether, Piet Klocke, Herbert Knebel.
Anlass ist der Prix Pantheon 2012. Auch der zweite Höhepunkt 2012 will geplant sein: Im Herbst wird Pauses Pantheon 25 Jahre alt. "Ich habe keine Zeit für Ruhestand", sagt der Freiberufler. "Außerdem kann ich mir ein Dasein als Rentner nicht leisten." Rainer Pause kam am 14. Juni 1947 in Essen zur Welt. In Bonn studierte er zunächst Medizin, dann Germanistik. Und folgte früh dem Ruf des Theaters.
Erste Stationen: die Studiobühne Bonn, Hoffmanns Comic Theater mit Kultsänger Rio Reiser und der heutigen Grünen-Frontfrau Claudia Roth. Mit dem kürzlich verstorbenen Heinrich Pachl tourte er in den frühen achtziger Jahren als Der Wahre Anton durchs Land. Es war die Zeit "folgenschwerer" Entscheidungen: Pause gründete 1983 mit Freunden eine alternative Karnevalsrevue, die 1983/84 im Kessenicher Kleinkunstladen Fettnäpfchen erste Erfolge feierte und heute als Pink Punk Pantheon fester Bestandteil des jecken Jahreskalenders ist.
Und Pause suchte eine eigene Bühne. Er fand sie vor 25 Jahren im Keller des Bonn Centers, das bis dahin als städtisches Kulturforum Programm machte. Pause gab seinem Baby den Namen Pantheon. Bis heute ist er Theaterleiter. Bundesweit bekannt wurde Pause an der Seite seines Partners Norbert Alich mit den Kunstfiguren Fritz Litzmann und Hermann Schwaderlappen, die als betagte Vereinsobere nicht nur im Karneval die Säle zum Kochen bringen.
Den alten Fritz spielt Pause stets ungeschminkt. "Nur Brille auf und Haare zurück", sagt er. Deshalb trifft die Annahme, der Schauspieler sei endlich so alt geworden, wie die Figur immer ausgesehen hat, nicht wirklich zu. "Fritz wird immer älter aussehen als ich", sagt Pause. "Und oft dreht er sich um, schaut mich an und fragt: Schafft er's noch?"
Artikel vom 14.06.2012
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