Das GA-Torfieber grassiert wieder
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Eigentlich sollte sie als kleines Dankeschön von Strauss und seinem Textdichter Hugo von Hofmannsthal an den Theatermann Max Reinhardt entstehen, der die Uraufführung des "Rosenkavaliers" 1911 in Dresden inszeniert hatte. Mitten ins Schauspiel hinein pflanzten Strauss und Hofmannsthal die halbstündige Miniaturoper "Ariadne auf Naxos".
Die ungewöhnliche Ehe der sehr unterschiedlichen Genres überlebte allerdings die Hochzeit nicht, und beide Stücke gingen nach der Uraufführung 1920 getrennte Wege: die nachträglich um viele Nummern ergänzte Oper als abendfüllendes Werk, die gekürzte Schauspielmusik als Orchester-Suite.
Die Musik besitzt freilich einen ungeheuren Charme, zumal sie von einem solistisch besetzten Kammerensemble vorgetragen wird. Das Beethoven Orchester, das an diesem ersten Konzertabend seit der Rückkehr aus China unter der Leitung von Christoph Prick musizierte, beherrscht den neoklassizistischen Tonfall, den Strauss' Partitur hier anschlägt, sehr souverän. Prick und das Orchester berücksichtigten gleichwohl, dass Strauss' Neoklassizismus keineswegs lässig kühle Sachlichkeit bedeutet, wie es etwa bei Strawinski der Fall ist. Gefühle gönnte man sich durchaus.
Das Soloklavier spielte - ein bisschen versteckt hinter der Harfe - Gerhard Oppitz. Fürs nächste Stück, Strauss' Burleske in d-Moll für Klavier und Orchester, wurde der Flügel vors Orchester gerollt, das nun in deutlich verstärkter Besetzung antrat. Oppitz verlieh seiner Interpretation eine perfekte Mischung aus Witz, Kraft und Virtuosität.
Die akkordische Motivik des Anfangs verriet keinerlei Unsicherheit. Und schon im Tranquillo überschriebenen zweiten Abschnitt konnte er, begleitet von dem nun romantisch opulent klingenden Orchester, seine lyrische Seite entfalten. Eine großartige Leistung.
Zum Finale gab es die zweite Sinfonie von Johannes Brahms, deren Anfang einen wunderbaren Geigenklang offenbarte. Das Beethoven Orchester spielte unter Pricks Leitung mit viel Seele und einem sehr schön abgerundeten Gesamtklang. In der Stretta am Schluss zog Prick das Tempo ordentlich an, die Bläser strahlten und das Publikum war begeistert.
Artikel vom 24.01.2012