Blasmusik mit Turbo

Keine Frage, würden die Mitglieder der Gipsy Brass Band Fanfare Ciocarlia mit derselben Rasanz Auto fahren, mit der sie ihre Blasinstrumente traktieren, sie wären ihre Führerscheine längst los.

Sie sind schnell und laut: Fanfare Ciocarlia im Beethovenfest-Konzert. Foto: Barbara Frommann

Bonn. Keine Frage, würden die Mitglieder der Gipsy Brass Band Fanfare Ciocarlia mit derselben Rasanz Auto fahren, mit der sie ihre Blasinstrumente traktieren, sie wären ihre Führerscheine längst los.

Doch was auf den Straßen aus gutem Grund verboten ist, im Konzertsaal ist es durchaus erlaubt, ja im Falle der Fanfare Ciocarlia sogar erwünscht. Die Musiker preschen in zungenbrecherischem Sturmtempo durch ihre Stücke, nicht selten werden 200 "beats per minute" erreicht. Rekordverdächtig ist das, Blasmusik auf der Überholspur.

Doch geht es den Musikern nie um ein wie auch immer geartetes "schneller, höher, weiter", sie machen Musik, die aus dem tiefsten Innern ihrer rumänischen Wurzeln entspringt, und das machen sie so hinreißend und brillant, dass man gar nicht anders kann, als sie zu lieben.

Allerdings spielen die Musiker der Fanfare Ciocarlia nicht nur enorm schnell, sie sind auch enorm laut. So laut, dass nicht wenige Konzertbesucher zu Ohrstöpseln griffen, um die phonstarke Highspeed-Blasmusik unbeschadet zu überstehen.

Angefangen haben die zwölf Musiker, die im Rahmen des Beethovenfestes in der Straßenbahnhalle Dransdorf auftraten, als Dorfmusiker. Mittlerweile treten sie auf allen Kontinenten auf. Die Arrangements sprühen nur so vor Lokalkolorit, Witz und Charme, die unbändige Virtuosität der Musiker tat ein Übriges dazu.

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