- Home
- Bonn
- Region
- News
- Sport
- Familie
- Wetter
- Verkehr
- Freizeit
- Anzeigen
- Abo
- Dialog
"Fluch der Karibik" in der Kölner Philharmonie
Babelsberger Filmorchester spielt live die Musik zum Disney-Spektakel
Von Bernhard Hartmann
köln. Wenn die kleine Elizabeth zu Beginn des Films "Fluch der Karibik" traurig und unschuldig das Liedchen "Yo Ho (A Pirates Life For Me)" singt, berührt sie damit das Herz der Zuschauer. Bei der Besatzung des britischen Handelsschiffes, auf dem sie sich befindet, löst sie indes gewisse Ur-Ängste aus. Piratenlieder zu singen bringe Unglück, erfährt sie. Doch Elizabeth ist dem rätselhaften Zauber des Piraten-Mythos längst erlegen und kann sich ihm auch Jahre später nicht entziehen.
'Fluch der Karibik': Helmut Imig leitet das Deutsche Filmorchester Babelsberg in der Philharmonie Köln. Foto: Thomas Brill
Dem Hollywood-Regisseur Gore Verbinski muss es ganz ähnlich ergangen sein wie der Filmfigur Elizabeth (Keira Knightley): Auch der Spezialist für subtile Horroreffekte ("The Ring") fühlte sich zu einer Zeit zu den Freibeutern der Meere hingezogen, als dieses Genre in Hollywood gerade keinen Hund hinter dem Ofen hervorlockte. Mit dem Film "Fluch der Karibik" und dem grandiosen Johnny Depp in der Hauptrolle als Captain Jack Sparrow löste er 2003 ein regelrechtes Piraten-Fieber aus, das gleich drei weitere Filmabenteuer nach sich zog.
Entscheidenden Anteil daran hatte die Musik von Klaus Badelt und Hans Zimmer, die bald ein Eigenleben zu führen begann. Die Musik ist bei großen Sport-Events ebenso zu hören wie bei zahllosen Musikschulkonzerten. Und derzeit ist sie die eigentliche Hauptdarstellerin einer "Live in concert"-Produktion aus dem Hause Disney. In der Kölner Philharmonie war das Filmorchester Babelsberg unter einer riesigen Leinwand platziert und spielte die Musik, die in den Kinosälen aus den Surround-Lautsprechern kommt.
Für Helmut Imig, der das 80-köpfige Ensemble sowie die Herren des Filmchores Berlin dirigierte, keine leichte Aufgabe. Der 1941 in Bonn geborene Musiker ist es eher gewohnt, Stummfilmmusik zu dirigieren. Da habe er sehr viel mehr Freiheiten, sagte er im Vorfeld bei den Proben zu der aktuellen Produktion. In diesem actionreichen Spektakel muss die Musik so präzise zum Film laufen wie eine angeklebte Tonspur. Das erreiche man nur mit einem Click Track, einer Art Metronom im Ohr, erzählte Imig, was die Freiheit der Interpretation schon etwas einschränke. Aber Imig ist Profi genug, die Effekte aus der Musik herauszukitzeln. Trotz der gebotenen Präzision, die etwa beim Säbel-Duell zwischen Jack Sparrow und Will Turner (Orlando Bloom) oder dem Aufmarsch der Piraten-Skelette im Vollmondlicht allergrößte Konzentration von Dirigent und Musikern erfordert, wirkte Badelts markante Musik immer lebendig und organisch.
Der Wechsel der Stile gelang dabei vorbildlich, wenn die Musik etwa von den eher schlichten Flötentönen einer Militär-Kapelle alsbald zu einem barocken Concerto grosso von Georg Friedrich Händel übergeht, um dann wieder aktionsreiche Fahrt aufzunehmen. Gute Solisten haben die Babelsberger auch. Nur in den Massenszenen wurde es gelegentlich ein bisschen zu laut. Die ausgetüftelten Sound-Effekte fallen bei einer Live-Orchester-Beschallung zwar weitgehend unter den Tisch. Aber die aufwendige Musikspur einmal live zu erleben, ist schon ein besonderes Event. Die Piratenfans kamen jedenfalls in großen Scharen zu den drei Vorstellungen in die Philharmonie, wo sie sich am Premierenabend stehend zwei Zugaben erklatschten.
Artikel vom 12.04.2012
Leserfavoriten
- Bonner Süßwarenhersteller verklagt Haribo soll für Biss in steiniges Fruchtgummi zahlen
- Trend-Getränk Wer wird der Nachfolger von Hugo?
- Versuchter Bombenanschlag am Bonner Hauptbahnhof DNA-Spuren führen zu inhaftiertem militanten Islamist
- Telefonzellen in Bonn Deutsche Telekom will 93 Geräte abbauen
- Verkehrsunfall in Beuel Handynutzerin beim Überqueren der Straße von Auto erfasst
- Kreis Ahrweiler Messie-Haus in Niederzissen wird ausgeräumt
- Unfall in Wachtberg-Niederbachem Achtjährige lief auf die Straße - schwer verletzt
- Stadtbahnlinie 66 Angebot an Wochenenden und vor Feiertagen soll verbessert werden
- Geschwindigkeitskontrollen Hier blitzt die Polizei im Rhein-Sieg-Kreis
- Sankt Augustin Wolken-Strudel: Der kleine Bruder des Tornados
- Umzug von Polen nach Tunesien Fahrer fuhr mit gesamtem Hausrat über die A7
- Wetter Sommer 2013 - Wird er besser als der Frühling?
- Hiobsbotschaft für Badstuber: Zehn Monate Pause - Wohl keine WM
- Eil +++ Dortmund im Champions-League-Finale ohne Götze
- "Frank Sinatra in Jogginghosen" - Razzia bei Bushido
- Pädophilie-Affäre Verteidiger von Daniel Cohn-Bendit bringen sich in Stellung
- "Euro Hawk"-Pleite Der Schaden nach der Bruchlandung
- Umstrittene Deutsche Burschenschaft Spaltung nach dem Rechtsruck möglich
- Internationale Konferenz in Bonn Trinkwasser wird zum knappen Gut
- Kandidaten für die Nachfolge von Joachim Kardinal Meisner Von Ackermann über Bode bis Overbeck
- 1. FC Köln Interne Besetzung des Chefpostens offenbar gescheitert
- Telekom Baskets Bonn Saisonabschluss - Chris Ensminger kämpft mit den Tränen
- Transfer Bonner SC verpflichtet Oliver Cylkowski vom FC Hennef
- SV Allner-Bödingen Abmeldeflut beschäftigt die Sportgerichte
- 1. FC Köln Rätsel um Stanislawskis Motive


