A-cappella-Festival im Bonner Pantheon | GA-Bonn

A-cappella-Festival im Bonner Pantheon

Kontrollöre und Waschkraft

Bonn. Ganz nach dem Motto "Wer bremst, verliert" präsentierten die "U-Bahn Kontrollöre in tiefgefrorenen Frauenkleidern" ihr neues Programm "Vollgas" beim A-cappella-Festival des Pantheon.

Das Repertoire reichte von schrägen Eigenkompositionen bis zu Pop-Klassikern und fand seinen Höhepunkt in einem furiosen 80er-Jahre-Medley. Wer hätte gedacht, dass der RATM-Klassiker "Killing in the name of" a capella so grooven kann?

Das Quintett machte "Hardcore-a-capella" vom Feinsten. Unabhängig vom Genre war der Gesang immer brillant aufeinander abgestimmt. Die Choreografie hatte bei vielen Songs Boygroup-Charakter, jeder Schritt saß perfekt.

Eines steht jetzt schon fest: Die "U-Bahn Kontrollöre" waren mit ihrem turbulenten Bühnenspaß ohne Tempolimit einer der Höhepunkte des Festivals. Katrin Berentzen Sie selbst nennen sich "Männergesangsverein e.V.". Doch am liebsten wären sie eine Heavy-Metal-Band. Letzteres gelingt der A-cappella-Gruppe "Waschkraft" sehr überzeugend mit dem Titel "Böse".

In jedem Fall sehr unterhaltsam sind die ansonsten netten Geschichten rund um die kleinen Sorgen und Nöte des Alltags, die von den vier Düsseldorfern ganz ohne Weichspüler dargeboten werden.

"Waschkraft" hat sich die meisten seiner Lieder selbst auf den Leib geschrieben. Bei den Anleihen kennt das Quartett keine falsche Scham vor großen Namen. Aus Schuberts "Forelle" wird ein blutrünstiger Albtraum um eine "Fontanelle", der Radetzky-Marsch mutiert zum grotesken Puppentheater. Und selbst ohne Töne und Worte bleibt es kurzweilig, was eine wunderbare A-cappella-Pantomime bestätigte.

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