Weiter Ärger mit der Kennedybrücke

Der Ärger über die unendliche Baugeschichte der Kennedybrücke und die Arbeitsgemeinschaft der Firmen stand Peter Esch förmlich ins Gesicht geschrieben. "Was wir mit dieser Arbeitsgemeinschaft mitmachen, habe ich noch nie erlebt", sagte der stellvertretende Leiter des städtischen Tiefbauamts.

Foto: Max Malsch

Bonn. Der Ärger über die unendliche Baugeschichte der Kennedybrücke und die Arbeitsgemeinschaft der Firmen stand Peter Esch förmlich ins Gesicht geschrieben. "Was wir mit dieser Arbeitsgemeinschaft mitmachen, habe ich noch nie erlebt", sagte der stellvertretende Leiter des städtischen Tiefbauamts.

Obschon an der Brücke, die schon vor Monaten hätte fertig sein sollen, laut Esch Arbeit für 50 Leute vorhanden sei, herrschte während des Ortstermins mit den SPD-Politikerinnen Angelika Esch und Gisela Gebauer-Nehring auf der Baustelle eine menschenleere Tristesse.

Trotz des frostigen Winters sei der ursprüngliche Fertigstellungstermin durch die beiden Firmen einzuhalten gewesen, befand Peter Esch. Vor allem mit dem Massivbauer gebe es viel Ärger, fügte er hinzu.

So kommt es, dass zum Beispiel der Gehweg auf der Nordseite der Brücke immer noch auf seine Fertigstellung wartet. Sobald dieser fertig ist, könne man die provisorische Ampel am Hotel Hilton auf der Bonner Seite abbauen, und die Überquerung der Brücke sei für alle Verkehrsteilnehmer ungehindert möglich.

Doch auch unter der Brücke gibt es unter anderem an der Verkleidung, der Verkabelung und den Gehwegen noch so manches zu tun. "Wir ziehen alle Register, die wir haben", sagte Peter Esch und machte damit deutlich, dass man sich das langsame Bauen nicht mehr gefallen lasse. Laut Esch belaufe sich die Vertragsstrafe für Verzögerungen auf 10 000 Euro pro Tag. Wie viel Geld die Stadt letztlich erhalte, könne man noch nicht sagen. Es werde wohl juristisch geklärt, welches Datum als Bezugspunkt für den Beginn der Strafe gilt.

Fleißig gearbeitet wurde hingegen an der Sanierung des Zeughauses der Beueler Stadtsoldaten im Brückenkopf an der Rheinaustraße. Durch die Verzögerung an der Brücke lägen aber auch diese Arbeiten hinter dem Zeitplan, erläuterte Ehrenkommandant Egon Peffekoven. "Wir hoffen, bis Mitte Oktober, wenn die ersten Veranstaltungen anstehen, das Haus provisorisch nutzen zu können."

Neben Peffekoven hatten sich noch weiter Bürger zum Ortstermin eingefunden. Darunter ein Mann, der seinem Unmut Luft machte, dass auf der Brücke nur eine Fahrspur pro Richtung vorhanden ist. "Zwei Fahrspuren waren aber nie geplant", entgegnete Stefan Pieper, zuständiger Leiter des Brückenprojektes beim Tiefbauamt. Auch sind laut Esch zwei Fahrspuren als verkehrstechnische Leistung auf der Brücke gar nicht notwendig.

Die Spur sei überdies so breit, dass man an einem liegen gebliebenen Fahrzeug vorbeifahren könne. "Nicht die Brücke wird den Stau erzeugen, sondern die Zufahrten", ergänzte SPD-Frau Angelika Esch.

Grund zur Freude hatte Detlev Thye vom Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club. Peter Esch sagte ihm zu, an der Verkehrsinsel an der Ecke Professor-Neu-Allee/Kennedybrücke den Verlauf des Radwegs zu optimieren. Auf einen Zeitpunkt, zu dem die Brücke aber endgültig fertig wird, wollte sich Peter Esch nicht festlegen. "Ich mache mich nicht zum Sprachrohr der Firmen."

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