Das GA-Torfieber grassiert wieder
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Bonn. Dass die Sanierung der Kennedybrücke teurer wird als die zu Baubeginn veranschlagten 40 Millionen Euro, steht seit einem Jahr fest. Angesichts der jetzt im Bauausschuss genannten Gesamtkosten von 51 Millionen Euro zogen die Politiker der Ratskoalition allerdings lange Gesichter.
Erste Konsequenz: Sie wollen das Rechnungsprüfungsamt damit beauftragen, die Abrechnungen unter die Lupe zu nehmen. "Wir wollen im Detail aufgeführt haben, welche Kosten wann entstanden sind und ob der Projektbeirat wie auch der Bauausschuss sachgerecht zu jeder Sitzung über die Kostenentwicklung informiert worden sind", erklärte CDU-Sprecher Willi Härling.
Und sein Kollege Karl Uckermann (Grüne) ergänzt: "Wir wissen, dass das Rechnungsprüfungsamt zur Zeit sehr überlastet ist, alleine durch das WCCB und die Eröffnungsbilanz der Stadt. Wir hoffen, dass sich aus der Kennedybrücke kein zweites WCCB entwickelt."
Die Politiker kritisieren, die Kosten seien von ursprünglich 34 Millionen auf nunmehr 51 Millionen Euro angestiegen. "Genau vor einem Jahr haben wir im Bauausschuss über die Kostenexplosion der Sanierung heftig diskutiert", erinnert sich Uckermann. "Die Verwaltung führte aus, dass sich bei Anerkennung der Nachträge in voller Höhe die Gesamtkosten auf maximal 45 Millionen Euro erhöhen."
Unter Berücksichtigung der Anerkennungsquote der bis dato eingereichten Nachträge werde die tatsächliche Überschreitung aber geringer ausfallen, berichtet der Grünen-Sprecher. Trotzdem sei man nun bei 51 Millionen Euro angelangt.
Es ging damals um die Tonnenblechverstärkung der Brücke, erinnert sich Härling: Die habe man im Juli 2009 genehmigt und den Gesamtauftrag damit erhöht. "Nun soll die Verstärkung auf die 45 Millionen Euro draufgerechnet werden", glaubt er.
Eine Sprecherin des Presseamtes sprach gestern von einem Denkfehler. Man müsse von den 40 Millionen Euro an Baukosten ausgehen, nicht von 34 Millionen.
Nach GA-Informationen hat die Stahlbaufirma insgesamt 700 Tonnen an Stahlverstärkungen in die Brücke eingebaut, ursprünglich sollen nur sieben Tonnen eingeplant gewesen sein. Die Stadt bestreitet diesen Mehreinbau. "Der Verbrauch der Stahlverstärkungen insgesamt wird im Rahmen der Schlussrechnung geprüft", sagte die Sprecherin. Weitere Zahlen und Daten wollte sie angesichts einer möglichen gerichtlichen Auseinandersetzung mit den Baufirmen nicht nennen.
Artikel vom 03.02.2011