Das GA-Torfieber grassiert wieder
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Bonn. Neues von der Bummelbaustelle Kennedybrücke: Während die Stadt in ihrem Newsletter berichtet, dass rund um die Uhr gearbeitet wird, Arbeiter Zusatzschichten schieben und schon der Straßenbelag vorbereitet werde, auch die Anstricharbeiten laufen, ist doch nicht alles in Butter.
Wer am Donnerstagabend im Bauausschuss war, erlebte einen wütenden Bauamtsleiter Werner Bergmann. "Es ärgert mich kriminell, dass hier mit miserabler Vorbereitung und minimalem Personaleinsatz vorsätzlich die Arbeit verzögert wurde", sagte er und sprach von Bauzeitplänen, die das Papier nicht wert seien. Wenn die Fahrbahn fertig sei, werde sie sukzessive freigegeben. Bergmann weigerte sich aber, Termine zu nennen.
Trotz des Ärgers waren sich Verwaltung und Politik aber einig, nicht kurz vor Schluss noch den Vertragspartner zu wechseln, auch wenn es so aussehen könnte, dass die Firma genau dies beabsichtigt. Bergmann: "Wenn wir die jetzt gehen lassen, lachen die sich ins Fäustchen." Ein Prozess sei ohnehin programmiert. Vertragsstrafen von 10 000 Euro pro Tag seien ausgesprochen worden.
Auch in Sachen "Solarbrücke" läuft es nicht rund, die Pläne drohen zu scheitern. Um Solarmodule an der Südseite der Brücke anzubringen, die SolarWorld als Sponsor bezahlen würde, wird nun für die Genehmigung verlangt, die Module einem teuren Windkanalgutachten zu unterziehen. "Das ist doch absoluter Irrsinn", schüttelten einige Politiker den Kopf.
Das Wasser- und Schifffahrtsamt, das für die Genehmigung zuständig ist, will nicht schuld sein. "Das haben nicht wir uns ausgedacht", sagt Sprecher Markus Grewe. "Vielmehr steht in den Statikunterlagen, die das Ingenieurbüro uns gab, dass dieses Gutachten erstellt werden muss."
Das Ingenieurbüro hat die Stadt engagiert, Baudezernent Werner Wingenfeld meint, gerade vor dem Hintergrund des Orkans vor drei Tagen müsse man die Solarplatten-Statik sorgfältig prüfen, zumal es keine Normwerte für die Befestigung gebe.
Er werde jetzt alle Beteiligten an einen Tisch holen, um Lösungen zu suchen. Bei Sponsor Frank Asbeck (SolarWorld) reißt langsam der Geduldfaden, das Gutachten will er keinesfalls auch noch bezahlen. "Die müssen jetzt mal aus dem Quark kommen", findet er. Überhaupt: "Wir können uns jetzt gut vorstellen, warum die Brücke noch nicht fertig ist."
Artikel vom 17.07.2010