Das GA-Torfieber grassiert wieder
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Bonn. Bummelbaustelle Kennedybrücke: Jetzt hat die Stadt die Geduld verloren und das Register "Strafzahlung" gezogen: "Mehrere vereinbarte Verkehrsfreigabe-Termine sind schon verstrichen. Daher haben wir gegenüber den Baufirmen die vertraglich fixierte Konventionalstrafe in Höhe von 10 000 Euro pro Tag geltend gemacht", machten am Freitag Stadtbaurat Werner Wingenfeld und Tiefbauamtsleiter Werner Bergmann bei einer Begehung der Kennedybrücke mit Pressevertretern deutlich.
Verantwortliche der Baufirmen Alpine (Betonbau) und Eiffel (Stahlbau) waren übrigens bei der Begehung nicht dabei. Ein Vertreter der Alpine war am Freitag telefonisch nicht zu erreichen.
Bergmann und Wingenfeld sprachen von einem nicht mehr weiter hinzunehmenden Bummelkurs der Baufirmen. Die Stadt hatte nach eigenen Angaben bei der Baukonzernleitung auf einen zügigen Fortgang der Arbeiten bestanden.
Zwar habe die Geschäftsleitung der Alpine eingelenkt und sich auf einen Zeitplan festlegen lassen: "Wir werden aber mit Sicherheit der Öffentlichkeit keinen Termin mehr sagen", meinte Wingenfeld. "Wir hoffen jedoch darauf, dass es jetzt schnell geht."
Doch "schnell" scheint relativ zu sein. Auf die Frage des GA, ob die Arbeiten an den Fahrbahnen in einigen Wochen oder eher einigen Monaten abgeschlossen sein werden, sagte Bergmann: "Wenn es jetzt klappt, geht's relativ schnell, wenn nicht, kann es noch einige Monate dauern."
Hauptproblem ist - wie sooft - das Wetter, dieses Mal die Hitze: Zuletzt habe die fehlerhafte Beschichtung des Betons am südlichen Geh- und Radweg in Höhe der Oper und am Brückenforum zu einer Verzögerung der Bauarbeiten geführt, so Bergmann. Wegen der Hitze hatten sich in der Beschichtung Blasen gebildet; "Das hätte dazu führen können, dass die Oberschicht auf Dauer nicht richtig hält."
Deshalb müssen die Bauarbeiter nun bestimmte Arbeiten in den Nächten durchführen. Tagsüber hatten sie am Freitag die undankbare Aufgabe, bei extremer Hitze mit Handgeräten die blasenhaltige Schicht abzuschleifen. Anschließend wird laut Bergmann eine provisorische Beschichtung auf den Beton aufgebracht.
Sollte diese keine Blasen werfen, werden Rad- und Gehweg auf der südlichen Seite fertig beschichtet, dann wechseln die Bauarbeiter auf die Nordseite der Brücke. Auch auf der Fahrbahn selbst gibt es laut Bergmann noch viel zu tun. Diese Arbeiten sind auch der Grund dafür, dass die Straßenbahnen zeitweilig nicht über die Brücke fahren.
Artikel vom 03.07.2010