Das GA-Torfieber grassiert wieder
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Bonn. Die Vereinten Nationen haben 2011 zum "Internationalen Jahr der Wälder" erklärt. Dadurch soll die besondere Verantwortung, die die Menschen für die Wälder haben, weltweit ins Blickfeld gerückt werden. Diese Absicht wollen der General-Anzeiger, das Regionalforstamt Rhein-Sieg-Erft und das Bundesamt für Naturschutz mit der Serie "Ein Streifzug durch das Jahr des Waldes" aktiv unterstützen.
Einmal im Monat wird im Lokalteil des General-Anzeigers ein Serienteil zum heimischen Wald erscheinen. Dabei werden die verschiedenen Funktionen und Besonderheiten des Naturraums zwischen Rhein und Sieg aufgezeigt. Tipps und Informationen dienen dazu, den Wald vor der Haustür besser kennenzulernen.
Aber auch durch Mitmachaktionen sollen die GA-Leser Kontakt zum Wald aufnehmen. Die Waldserie soll ebenso das Interesse von Kindern an der Natur wecken. Deshalb sind ein Quiz, an dem sich Kindergärten und Schulen beteiligen können, und ein Naturdetektive-Tag auf der Waldau in Vorbereitung.
Deutschland ist ein Waldland. Und das in vielen Bereichen: Wald ist ein faszinierender Naturraum, ein lebendiger Wirtschaftszweig, eine Quelle kultureller Identität. Wald ist Ursprung des Nachhaltigkeitsprinzips, leistungsstarke Klimaanlage und beliebter Erholungsort. Die Leistungen und Funktionen des Waldes sind so vielfältig und lebendig wie der Wald selbst.
Trotz dieser verschiedenen Leistungen verschwindet der Wald zunehmend aus dem Erleben und dem Bewusstsein der Menschen. Jeder hat ein Bild vom Wald im Kopf, jeder glaubt den Wald zu kennen. Doch kennen wir den Wald wirklich in seinen vielen Facetten, was wissen wir über seine Bedeutung? Mit seiner Serie will der GA den Wald ins Blickfeld der Leser rücken.
Besonders die Menschen in der Region sind verwöhnt, was Wald anbelangt. Fast 30 Prozent der Fläche Bonns und des Rhein-Sieg-Kreises sind Forste. Die Waldfläche je Bürger liegt im Rhein-Sieg-Kreis höher als im Landesdurchschnitt: 560 Quadratmeter (NRW: 510). Selbst in Bonn liegt der Wert für eine Stadt mit mehr als 315 000 Einwohnern sehr hoch: etwa 125 Quadratmeter.
Zwar ist die Eiche der in der Region am meisten vertretene Baum, der Fokus liegt jedoch seit einigen Jahren besonders auf der Buche. Das sommergrüne Laubholz hat in Deutschland sein Hauptverbreitungsgebiet. In unserer heimischen Region kommt die Rotbuche besonders häufig in der Eifel und im Siebengebirge vor.
Der Wald zwischen Beuel und Unkel besteht zu ungefähr 50 Prozent aus Buchen. Nicht nur die Menschen in der Region wandern deshalb gerne im Siebengebirge. Der Buchenwald zwischen Drachenfels und Löwenburg lockt zahlreiche Besucher an und ist damit ein wichtiger Wirtschaftsfaktor für die gesamte Tourismusbranche.
Ein Beispiel für die außerordentliche Bedeutung des Buchenwaldes im Siebengebirge: Im vergangenen Jahr hat die nordrhein-westfälische Landesregierung mehr als 500 Hektar Wald zum ersten deutschen Wildnisgebiet erklärt. Will heißen: Die Buchen können in Ruhe alt werden und absterben.
Auch das Totholz bleibt in diesem Areal liegen und dient Vögeln und Insekten als Lebensraum. Dafür, dass dieses Waldgebiet holzwirtschaftlich nicht mehr genutzt werden darf, erhält der Verschönerungsverein für das Siebengebirge (VVS) jährlich eine stattliche Entschädigungszahlung vom Land.
Artikel vom 22.01.2011