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Region. Für "nicht genehmigungsfähig" hält die Industrie- und Handelskammer (IHK) Bonn/Rhein-Sieg das geplante Factory Outlet Center (FOC) in Grafschaft. In einem Brief an den rheinland-pfälzischen Ministerpräsidenten Kurt Beck verweist die IHK auf entsprechende Vorschriften des dort geltenden Landesentwicklungsprogramms, dass Aussiedlungen solcher Größenordnung nur in Mittel- und Oberzentren erlaubt.
Bekanntlich ist geplant, eine Verkaufsfläche von 26 000 Quadratmetern zu installieren. Zudem, so IHK-Präsident Ernst Franceschini und Hauptgeschäftsführer Michael Swoboda, dürfe die Versorgungsfunktion benachbarter Orte nicht beeinträchtigt werden. "In der Regel ist dieses Gebot verletzt, wenn das Vorhaben eine Umsatzumverteilung von mehr als zehn Prozent nach sich zieht", heißt es in dem Schreiben.
Diese Grenze würde aber bei zahlreichen Nachbarkommunen, wie der Stadt Rheinbach, deutlich überschritten. "Unser gemeinsames Anliegen ist eine Stärkung der Städte und eine Rückbesinnung auf die vielfältigen städtischen Funktionen", so die IHK. Gerade die Versorgungsfunktion spiele dabei eine zentrale Rolle. Der Export dieser Funktion in außerstädtische Bereiche auf der Grünen Wiese habe teilweise zu erheblichen Fehlentwicklungen geführt.
"Die Ablehnung des geplanten FOC in Grafschaft wird deshalb ein deutliches Zeichen und ein Bekenntnis zum Standort Innenstadt setzen", so die IHK-Vertreter. Auch das zwischenzeitlich von der Gemeinde Grafschaft eingeholte Fachgutachten verneine die Verträglichkeit des Vorhabens. Wie mehrfach berichtet, soll unter dem Namen "Eifel-Ahr-Portal" in Grafschaft ein FOC realisiert werden.
Der erste Bauabschnitt umfasst 13 000 bis 15 000 Quadratmeter. Davon sollen 3 000 bis 5 000 Quadratmeter für Direktvermarktung regionaler Lebensmittel genutzt werden. Der Rest steht für mehrere Outlet-Shops zur Verfügung. In einem zweiten und dritten Bauabschnitt sind weitere 13 000 Quadratmeter Verkaufsfläche geplant. Der Rhein-Sieg-Kreis, die Bundesstadt Bonn und die kreisangehörigen Kommunen hatten sich bereits in den vergangenen Wochen gegen die FOC-Ansiedlung ausgesprochen, weil sie negative Auswirkungen fürchten.
Artikel vom 08.10.2009