GA-Umfrage: Viele wünschen sich ein Factory Outlet Center auf der Grafschaft

75,7 Prozent Zustimmung zum Bau der Einkaufsmeile
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 Foto: Repro: Volker Jost

Region. Die Resonanz war überaus groß. Insgesamt 3 766 Leser des General-Anzeigers beteiligten sich an der nichtrepräsentativen Umfrage zum geplanten Factory Outlet Center (FOC) auf der Grafschaft.

Was in seiner Deutlichkeit erstaunt: Für ein Factory Outlet Center sprachen sich 75,7 Prozent aus, 21 Prozent sind dagegen, 2,4 Prozent konnten sich nicht entscheiden. In der Umfrage ging es um Zustimmung, Ablehnung sowie Chancen und Risiken. Beteiligen konnten sich die Leser mit dem ausgefüllten Fragebogen per Post, Fax und online im Internet unter www.ga-bonn.de. Letzteres wurde mit Abstand am häufigsten genutzt.

Bekanntlich wird zurzeit der Bau eines FOC im Gewerbegebiet auf der Grafschaft diskutiert. Während die Gemeinde auf Steuereinnahmen und Arbeitsplätze hoffen, befürchten Einzelhändler aus der Region Umsatzeinbußen, die für sie bis zur Existenzbedrohung reichen könnten. Gerade deshalb widerspricht die Ansiedlung eines solchen Einkaufszentrums dem rheinland-pfälzischen Landesentwicklungsplan.

Bisher hat die Gemeinde noch keinen Antrag auf Sondergenehmigung für das FOC gestellt. Von den Teilnehmern der Umfrage hatten 95,4 Prozent von der Diskussion um die Ansiedlung gehört oder gelesen. 82,1 Prozent haben bereits ein FOC besucht, 16,9 Prozent noch nie. Das FOC auf der Grafschaft nutzen würden voraussichtlich 78 Prozent, gut 20 Prozent eher nicht.

Meinung Kommentar Dazu auch der Kommentar " Den Kunden ernst nehmen"

Die Erwartungen in Sachen Outlet-Center sind unterschiedlich. 82,4 Prozent glauben, ein FOC würde eine große Produktauswahl bieten. 83,3 Prozent gehen davon aus, dass Markenwaren dort günstiger zu haben seien. 76,6 Prozent der Umfrageteilnehmer interessieren sich für das FOC. 30,1 Prozent erwarten, dass ein solches Großprojekt den vorhandenen Einzelhandel bedrohen würde.

27,8 Prozent sehen die Innenstädte in Mitleidenschaft gezogen. Den Aspekt der neuen Arbeitsplätze nennen 78,8 Prozent. Der Grad der Zustimmung zum Outlet-Center hängt auch vom Alter ab. So sprachen sich in der Gruppe der unter 20-Jährigen überdurchschnittlich viele, nämlich 81,3 Prozent für die Ansiedlung des FOC aus. Die 21- bis 30-Jährigen übertreffen den Wert noch und kommen auf 84,8 Prozent Zustimmung.

Die 31- bis 40-Jährigen kommen noch auf 82 Prozent, die 41- bis 64-Jährigen auf 75 Prozent. Die über 65-Jährigen sind zu 61,6 Prozent dafür. Auch die Herkunft spielte bei der Abstimmung eine Rolle. Die positive Bewertung ist im Kreis Ahrweiler mit 86,9 Prozent am weitesten verbreitet. Im linksrheinischen Rhein-Sieg-Kreis sind es immerhin noch 72,3 Prozent, im rechtsrheinischen Kreis 68,5 Prozent und in Bonn 67,3 Prozent.

Wenn man ausgewählte Gemeinden betrachtet, differenziert sich das Bild weiter. Zustimmung erhält das FOC in Altenahr (81,4%), Bad Neuenahr-Ahrweiler (86,5%), Grafschaft (91,6%), Meckenheim (74,7%), Remagen (70,6%), Rheinbach (62,7%), Sinzig (88,2%) und Wachtberg (74,5%).

An unserer Umfrage beteiligten sich mehr Männer (58%) als Frauen (40%). Die meisten leben in einem Zwei-Personen-Haushalt (42%), darauf folgen die Drei-Personen-Haushalte (23,6%). Von den Teilnehmern wohnen im Kreis Ahrweiler 34,8 Prozent, in Bonn 28,8 Prozent, im linksrheinischen Rhein-Sieg-Kreis 17 Prozent und im rechtsrheinischen Kreis 11,4 Prozent.

Wie geht es nun weiter mit dem geplanten FOC? Die Gemeinde Grafschaft diskutiert aktuell darüber, ob sie beim Land Rheinland-Pfalz eine Sondergenehmigung für die Fabrikverkaufs-Galerie beantragt. Der Innenminister Karl-Peter Bruch hatte zuletzt signalisiert, dass "das Vorhaben mit den einzelhandelsbezogenen Zielsetzungen des neuen Landesentwicklungsprogramms nicht zu vereinbaren ist".

In den Nachbarkommunen im Rhein-Sieg-Kreis und Bonn haben sich die Politiker bereits gegen das FOC positioniert, denn sie fürchten eine große Gefahr für die einzelhandelsgeprägten Innenstädte in der Region. Sollte die Gemeinde Grafschaft das sogenannte Zielabweichungsverfahren in Gang setzen, dann werden die benachbarten Gebietskörperschaften auch um eine Stellungnahme gebeten. Eine Entscheidung wird in Grafschaft noch in diesem Jahr erwartet.

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